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Urteil: Kirchliche Arbeitgeber dürfen Religionszugehörigkeit nicht immer fordern

Kirchliche Arbeitgeber dürfen Religionszugehörigkeit nicht immer fordern
Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: Kirchliche Träger dürfen nicht immer voraussetzen, dass Bewerber um einen Job einer Konfession angehören. © dpa, Thomas Frey, jhe sab sup bsc lof tba jhe

Kirchen dürfen nicht diskriminieren

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat entschieden: Kirchliche Arbeitgeber dürfen nicht in jedem Fall eine Religionszugehörigkeit von ihren Bewerbern fordern. Das Urteil wurde am Dienstag zu einem Fall aus Deutschland gefällt.

Die Bewerberin fühlte sich diskriminiert und klagte

Weil sie nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden war, verklagte eine Bewerberin das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung. Der Träger hatte für eine Referentenstelle eine protestantische Konfession gefordert, die auch anhand des Lebenslaufs nachzuweisen war. Da die Stelle befristet war, bewarb sich die Frau trotzdem – und wurde nicht eingeladen. Wurde die Bewerberin diskriminiert?

Religionszugehörigkeit nicht immer von Bedeutung

Der Fall ging in Deutschland durch mehrere Instanzen – mit widersprüchlichen Urteilen. Jetzt hat sich auch der Europäische Gerichtshof (EuGh) mit der Sache befasst und entschieden: Kirchliche Träger dürfen nicht für jede Stelle bei ihren Bewerbern voraussetzen, dass diese einer Konfession angehören. Vielmehr müssen die Kirchen im Einzelfall abwägen, ob eine Religionszugehörigkeit für die Tätigkeit von großer Bedeutung ist. Außerdem dürfe im Bewerbungsverfahren weder das Recht auf Selbstbestimmung verletzt werden, noch dürfe der Bewerber wegen seiner Religion oder der Weltanschauung diskriminiert werden, urteilte der EuGh.

Die endgültige Entscheidung wird jetzt wieder in Deutschland gefällt. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) nennt die Entscheidung ein "weitreichendes Grundsatzurteil".

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