2018 M12 18 - 19:33 Uhr

Urteil im Autoraser-Prozess von Mönchengladbach

Es ist ein hartes Urteil, das die Richter am Landgericht in Mönchengladbach heute gefällt haben. Für drei Jahre muss ein 29-jähriger Raser ins Gefängnis. Im Juni 2017 wollte er sich wohl ein Autorennen mit dem 26-jährigen Mitangeklagten liefern. Heute endete der Prozess gegen die beiden Autoraser - nur einer wurde am Ende wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen.

Opfer wurde 40 Meter weit geschleudert

Der Hauptangeklagte Manuel S. fühlte sich offenbar von seinem Mitangeklagten zu einem illegalen Autorennen angestachelt. Eine wirkliche Verabredung soll es aber nicht gegeben haben, so das Gericht heute. Dennoch raste Manuel S. mit mehr als 80 km/h durch die Innenstadt von Mönchengladbach. Der Angeklagte bremst zwar, raste am Ende aber gegen einen Fußgänger. Der Mann wurde rund 40 Meter durch die Luft geschleudert und erlitt tödliche Schädelverletzungen. "Der Unfall war vermeidbar, wenn er sich an das Tempolimit von 40 km/h gehalten hätte", sagte Richter Ralf Gerads heute bei der Urteilsbegründung. Was die Familie des getöteten Opfers über das Urteil denkt, sehen Sie im Video.

Raser muss länger einsitzen, als Staatsanwalt forderte

ARCHIV - Ein Kreuz steht am 19.06.2017 in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen) nahe der Unfallstelle. Nach einem tödlichen illegalen Autorennen in Mönchengladbach hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen einen 28-jährigen Autofahrer erhoben. Dem
Mit 80 km/h raste Manuel S. im Juni durch die Innenstadt von Mönchengladbach.
© dpa, Federico Gambarini, fg wie

Der Angeklagte Manuel S. hatte sich selbst kurz nach dem Unfall bei der Polizei angezeigt. Er gestand zwar sein zu schnelles Tempo, wollte aber kein Rennen gefahren sein. "Völlig emotionslos nahm der 29-jährige Raser heute das Urteil entgegen", berichtete unsere RTL-Reporterin nach dem Prozess. Der Angeklagte war wohl von einer geringeren Strafe ausgegangen. Die Staatsanwaltschaft hatte weniger als die nun verhängten drei Jahre Haft gefordert. "Das Urteil ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich halte es für ausgesprochen hart", sagte der Verteidiger von Manuel S., Gerhard Meister, nach dem Urteil zu RTL. Er will nun in Berufung gehen.

Nach Gesetzesänderung drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis

Die Angeklagten werden zu Haft- und Geldstrafen verurteilt
Die beiden Angeklagten wurden zu Haft- und Geldstrafen verurteilt.
© dpa, Roland Weihrauch, rwe kno

Manuel S. muss immer noch verarbeiten, dass er einen Menschen fahrlässig getötet hat, sagte sein Anwalt heute im RTL-Interview. "Es ist eine persönliche Katastrophe."

Der 26-jährige Mitangeklagte von S. muss nicht ins Gefängnis. Er wurde wegen Unfallflucht zu einer Geldstrafe von insgesamt 3.000 Euro verurteilt. Beide Männer kamen damit noch ganz gut weg. Nach dem Unfall wurden die Gesetze verschärft: Werden jetzt bei illegalen Autorennen Menschen verletzt oder sogar getötet, drohen bis zu zehn Jahre Haft. Allein der Versuch eines Rennens ist inzwischen strafbar.