Urteil in Köln: Neuneinhalb Jahre Haft für Sex-Täter

Strafmaß über Forderung der Staatsanwaltschaft

Neuneinhalb Jahre muss ein Sex-Täter aus Köln ins Gefängnis. Der Mann hatte ein 17-jähriges Mädchen drei Tage lang gefesselt und geknebelt auf der Ladefläche eines Transporters gefangen gehalten.

Urteil in Köln: Neuneinhalb Jahre Haft für Sex-Täter
Thomas K. (52) wurde zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.
dpa, Oliver Berg

Wegen der besonderen Brutalität liegt das Strafmaß sogar über der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte acht Jahre Haft für den 52-jährigen Thomas K. gefordert. Der Verteidiger hatte dagegen auf sechs Jahre plädiert, sagte die Anwältin der 17-Jährigen, Eva Kuhn. Sie war Nebenklägerin in dem Verfahren. Der Angeklagte habe die Tat im vergangenen September von langer Hand geplant, begründete der Vorsitzende Richter Christoph Kaufmann das Strafmaß. Ein Gutachten habe zudem gezeigt, dass der Gärtner aus Köln in vollem Umfang schuldfähig sei. Einem Antrag der Nebenklage gab die Kammer statt: Die 17-Jährige soll ein Schmerzensgeld in Höhe von 35.000 Euro erhalten.

Der Verurteilte soll die Schülerin drei Tage lang in einer Garage gefangen gehalten, gefesselt und sexuell missbraucht haben. Nackt und in Todesangst lag das Opfer danach im Kofferraum des Gärtners.

Verurteilter wollte sich umbringen

Achim Hengstenberg, Sprecher des Kölner Landgerichts, sagte zu Prozessbeginn: "Die Geschädigte soll durch die Tatbegehung in konkrete Lebensgefahr geraten sein, da sie laut Staatsanwaltschaft an extremer Atemnot litt. Zudem soll sie mehrere Verletzungen durch die Fesselungen an Armen und Beinen erlitten haben." Die Anklage führte auch aus, dass die Geschädigte durch die Tat extrem an Gewicht verloren habe, so Hengstenberg.

Die Polizei konnte das Mädchen nur befreien, weil Thomas K.s Ehefrau einen Abschiedsbrief ihres Mannes fand - mit dem Hinweis auf die Garage. Thomas K. wurde später im Sauerland bewusstlos in seinem Auto gefunden. Er wollte sich mit Alkohol und Medikamenten umbringen, überlebte aber.