8 Jahre Haft!

Er schoss auf den tödlich verletzten Sohn seiner Ex

Der Angeklagte Altin B. am 09. April während der Plädoyers vor dem Landgericht Itzehoe.
Der Angeklagte Altin B. am 09. April während der Plädoyers vor dem Landgericht Itzehoe.
© RTL Nord

16. April 2021 - 10:59 Uhr

Urteil in Itzehoe: Stiefvater schuldig gesprochen

Altin B. war ganz nah dran, als der 40-jährige Sohn seiner Exfrau durch zwei Schüsse stirbt. So viel steht fest. Doch der erste, wohl tödliche Schuss, kann dem 50-Jährigen nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Das Landgericht Itzehoe ist aber sicher, dass der Angeklagte den zweiten Schuss abgegeben hat. Dafür hat das Gericht Altin B. am Freitag wegen versuchten Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt.

Über 22 Jahre war Altin B. mit der Mutter des Opfers zusammen

Vor acht Jahren trennte sich das Paar, seitdem gab es immer wieder Streit um Geld. Am 16. Juni 2020 treffen sich Altin B. und sein Ex-Ziehsohn in Meldorf im Kreis Dithmarschen. Wieder soll Geld das Thema gewesen sein. Das Treffen eskaliert. Es fällt ein Schuss, Altin B.s Stiefsohn rappelt sich wieder auf und versucht schwer verletzt zu fliehen, bricht aber auf der Straße zusammen. Nach Zeugenberichten verfolgt Altin B. seinen tödlich verletzten Ex-Stiefsohn mit einem BMW. Ein zweiter Schuss, ausgelöst von Altin B., trifft den am Boden liegenden 40-Jährigen im Kopf. Das Opfer verstirbt im Krankenhaus.

Wer hat zuerst geschossen?

Das Urteil fällt vergleichsweise milde aus, da bereits der erste Schuss tödlich war – und dieser kann Altin B. mangels Augenzeugen nicht nachgewiesen werden. Zwar gehen Staatsanwaltschaft und Verteidigung in ihren Plädoyers davon aus, dass die neue Verlobte von Altin B. auch am Tatort ist, als der erste Schuss fällt. Sie macht allerdings von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch. Das Urteil gilt noch nicht als rechtskräftig.

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