Urteil in Frankfurt: Lange Haft für Mann, der seine Freundin grausam quälte

Das Landgericht Frankfurt verurteilte den Mann zu einer langjährigen Haftstrafe (Motivbild).
Das Landgericht Frankfurt verurteilte den Mann zu einer langjährigen Haftstrafe (Motivbild).
© dpa, Fredrik Von Erichsen

06. Juli 2016 - 12:13 Uhr

Mann drückte Zigaretten auf dem Körper seiner Freundin aus

Das Landgericht Frankfurt fällte sein Urteil über einen 36 Jahre alten Mann, der seiner Freundin übel mitgespielt hat: Er muss für neuneinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er seine Partnerin immer wieder schwer misshandelt, eingesperrt und vergewaltigt hat. Das Gericht ordnete außerdem an, dass der Mann in eine Therapieeinrichtung eingewiesen wird.

Das Gericht verhandelte über fünf Einzeltaten, die dem Mann zur Last gelegt wurden. Während er seine Freundin misshandelte, war er meist betrunken oder berauscht von Drogen. Für eine Einzeltat von schier unermesslicher Grausamkeit verhängte das Gericht allein eine Strafe von fünf Jahren: Im Herbst 2014 hatte er seine 27 Jahre alte Freundin über Stunden in seiner Wohnung eingesperrt, sie brutal geschlagen und ihr damit blutende Wunden zugefügt, in die er Salz streute. Auch drückte er glühende Zigaretten auf ihrem Körper aus und vergewaltigte sie.

Die Frau ging kurz darauf zur Polizei und zeigte ihn an. Während des Prozesses räumte der Mann die Vorwürfe nur teilweise ein. So stritt er ab, seine Freundin vergewaltigt zu haben und behauptete, der Sex sei "einvernehmlich" gewesen. In mindestens einem Fall hielt das Gericht diese Aussage für nicht glaubwürdig. Das Strafmaß des Gerichts fiel hart aus und übertraf jenes, das die Staatsanwaltschaft forderte: Neuneinhalb Jahre muss der Mann in Haft, obwohl die Anklage nur sechs Jahre verlangt hatte. Der Verteidiger des Mannes will nicht in Widerspruch gehen.