Urteil in der Schweiz

Christen dürfen sich durch Kreuz im Jägermeister-Logo nicht verletzt fühlen

Bottles of Jaegermeister herbal liqueur are displayed in Zurich
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25. Februar 2020 - 15:09 Uhr

Marke darf ihr Logo schützen lassen

Jägermeister ist beliebt, nicht nur in der deutschen Heimat. Viele Menschen  mögen nicht nur den Kräuterlikör pur oder als Mix, sondern auch Produkte wie Klamotten, Schmuck oder Bar-Zubehör. Immer mit im Spiel: das Logo, der bekannte Hirsch mit dem Kreuz zwischen den Hörnern des Geweihs. Das durfte der Spirituosen-Spezialist in der Schweiz nicht schützen lassen - weil das Kreuz die Gefühle von Christen verletzen könnte. Dagegen hat Jägermeister erfolgreich geklagt.

Kreuz-Darstellung nicht "verletzend oder respektlos"

10.05.2019, Niedersachsen, Wolfenbüttel: Bei der Eröffnung des neu ausgebauten Abfüllwerks des Getränkeherstellers Jägermeister stehen eine Flasche und ein Glas Jägermeister Schnaps auf einer Theke. Mit dem Ausbau hat Jägermeister nach eigenen Angabe
Christen müssen das Kreuz im Logo hinnehmen.
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Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht urteilte jetzt: "Die religiösen Gefühle durchschnittlicher Christen werden durch die Bildmarke nicht verletzt." Durch die Kombination des Kreuzes mit Hirsch und Strahlenkranz werde das christliche Symbol "in keiner verletzenden oder respektlosen Weise dargestellt."

Grund für die Jägermeister-Klage war eine Entscheidung des "Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum" vom September 2017. Demnach wurde dem Jägermeister-Logo auf Produkten wie Sportartikeln, Handy-Hüllen und Kosmetika der Schutz verweigert, weil die Darstellung mit dem Kreuz das Empfinden von Christen verletzen könnte.

Jägermeister-Werbung war die erste in der Bundesliga

Guenter Mast, Jaegermeisterchef und spaeterer Praes. von Eintacht Braunschweig, stellt hier im April 1973 seine Jaegermeister Trikotreklame von Eintracht Braunschweig vor. Hier mit v.l.: Friedhelm Haebermann, Ludwig Bruendl, Berd Gersdorff, Guenter M
Günter Mast (2.v.r.) , Jägermeisterchef und späterer Präsident des Vereins, stellt im April 1973 seine Trikotreklame von Eintracht Braunschweig vor.
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Jägermeister hat es in der Vergangenheit geschafft, sein Image vom Schnaps für ältere Männer in eine jugendliche Marke zu ändern.

In der Werbung ging das Unternehmen schon früh ungewöhnliche Wege. 1973 schrieb es Sportgeschichte, als es mit Eintracht Braunschweig die erste deutsche Fußballmannschaft sponserte. Dazu wurde der Deutsche Fußball-Bund ausgetrickst: Braunschweig übernahm das Firmenlogo von Jägermeister als Vereinswappen. Der Name der Firma durfte damals nicht auf den Trikots auftauchen.

Der Kräuterlikör und das Logo existieren seit 1934. Das Logo bezieht sich auf die Sage vom Heiligen Hubertus, dem Schutzpatron der Jäger. Dem soll der Sage nach bei einer sonntäglichen Jagd ein Hirsch mit leuchtendem Kreuz im Geweih erschienen ssein. Daraufhin soll er der Jagd am "heiligen" Sonntag entsagt haben und stattdessen in die Kirche gegangen sein.