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Urteil im Pausenbrot-Prozess: Klaus O. ist ein unentdeckter Serientäter

Urteil gegen Klaus O. in Bielefeld
Klaus O. wurde im Prozess um versuchten Mord mit vergifteten Pausenbroten zu lebenslanger haft verurteilt. © dpa, Friso Gentsch, frg wst

Urteil wegen versuchten Mordes

Es bleibt die Frage nach dem Warum: In Bielefeld wurde ein 57-Jähriger wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Klaus O. streute seinen Kollegen in Schloß Holte-Stukenbrock (Ostwestfalen) Gift auf die Pausenbrote oder in die Getränke. Zwei seiner Opfer wurden nierenkrank, ein weiteres erlitt irreparable Hirnschäden und liegt im Wachkoma.

Richter: Angeklagter hat einen Hang zu solchen Taten

Der Angeklagte betrat den Gerichtssaal in Bielefeld langsam, fast schleichend. Sein Gesicht verbarg er hinter einem blauen Ordner. Er wusste, was ihm drohte: Die Staatsanwaltschaft hatte auf lebenslange Haft und anschließende Sicherheitsverwahrung plädiert. Die Nebenklage forderte zusätzlich noch die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld.

Der Richter sah das genauso. Auch er befürchteten, dass Klaus O. weitere schwere Straftaten begehen könnte. Dass der 57-Jährige nach 15 Jahren wieder auf freien Fuß kommt, ist damit so gut wie ausgeschlossen. Er geht davon aus, dass Klaus O. ein Serientäter ist, der jahrelang unentdeckt blieb. Er habe einen Hang zu den Taten. 

Während der Angeklagte das Urteil regungslos zur Kenntnis nahm, brach die Mutter des Opfers im Wachkoma in Tränen aus, als die Richter ihre Entscheidung mitteilten. Während des ganzen Gerichttermins hielt sie einen Glücksstein fest umklammert. Ihr Sohn Nick N. überlebte nur, weil direkt nach der Vergiftung optimal versorgt wurde. Er ist aber nur noch eine Hülle seiner selbst und muss von den Eltern rund um die Uhr versorgt werden. 

Klaus O. schweigt zu den Vorwürfen

Über Jahre hinweg vergiftete der Mann seine Kollegen heimlich. Überführt wurde er schließlich durch Aufnahmen einer Überwachungskamera. Einem Kollegen fiel ein weißes Pulver auf seinem Pausenbrot auf. Er wurde stutzig, machte Fotos und informierte die Firmenleitung. Die installierte im Pausenraum eine Kamera, die filmte, wie der 57-Jährige  sich an der Mittagsverpflegung seiner Kollegen zu schaffen machte.

Der Richter sprach von einer "gespenstisch wirkenden Serie". Klaus O. richtete in seinem Keller ein richtiges Labor ein, wo er mit giftigen Substanzen herumexperimentierte. Zu den Vorwürfen schwieg der Angeklagte die ganze Zeit, darum weiß niemand so genau, warum er seine Kollegen vergiftete. Das einzige, was er einer Psychologin in der JVA Bielefeld sagte, war, dass er wie ein Wissenschaftler mit Giftstoffen Experimente durchführen wollte.

Klaus O. wird Mord an zehn Kollegen vorgeworfen
Klaus O. wird Mord an zehn Kollegen vorgeworfen Prozess gegen Pausenbrot-Vergifter 01:26

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