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Urteil gegen Schwimmlehrer in Baden-Baden: 200 einzelne Taten in zwei Jahren

ARCHIV - 19.09.2018, Baden-Württemberg, Baden-Baden: Ein 34 Jahre alter angeklagter Schwimmlehrer (l), dem vorgeworfen wird sich an kleinen Mädchen vergangen zu haben, wartet im Landgericht Baden-Baden mit einem Aktenordner vor dem Gesicht zusammen m
Im Missbrauchsprozess gegen einen Schwimmlehrer wird das Urteil erwartet. © dpa, Uli Deck, ude bwe

Urteil erwartet

Im Prozess gegen einen Schwimmlehrer, der fast 40 Mädchen missbraucht haben soll, wird nach den Plädoyers das Urteil erwartet. Dem 34-Jährigen wird vor dem Landgericht Baden-Baden vorgeworfen, sich während der von ihm geleiteten Schwimmkurse an seinen Opfern vergangen zu haben.

Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre und sechs Monate Haft

Die Taten geschahen laut Anklage im Schwimmbecken oder auch in der Umkleidekabine. Ein Sachverständiger hat dem Angeklagten pädophile Neigungen und volle Schuldfähigkeit bescheinigt. Die Staatsanwaltschaft hat zwölf Jahre und sechs Monate Haft und anschließende Sicherungsverwahrung gefordert. Der Verteidiger hat sechs Jahre Haft beantragt. Die geforderte Sicherungsverwahrung wies er zurück. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür lägen nicht vor. 

Schwimmlehrer filmte Missbrauch mit Unterwasserkamera

Während die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer vortrug, weinten einige der anwesenden Eltern der Opfer, wie unsere Reporterin Romy Schiemann aus dem Gerichtssaal berichtet. Die Nebenklagevertreter erwähnten, die Eltern hätten Angst, dass die Videos des Angeklagten in Umlauf gebracht würden. Der Mann hatte seine Taten zum Teil mit einer Unterwasserkamera festgehalten, entsprechende Aufnahmen waren bei Durchsuchungen seiner Wohnung sichergestellt worden.

200 einzelne Taten in zwei Jahren

Dem 34-Jährigen werden rund 200 einzelne, zwischen Oktober 2015 und September 2017 begangene Taten zur Last gelegt - darunter neben schwerem Missbrauch auch Nötigung, Körperverletzung und massive Einschüchterung einiger Kinder. Das jüngste Opfer war erst vier Jahre alt. Die Nebenklage gab der Angst der Eltern Ausdruck, dass ihre Kinder ihr Leben lang unter den Übergriffen leiden werden. Der Angeklagte hatte das letzte Wort. Er las von einem Zettel eine Erklärung ab, dass es ihm sehr leid tue. Er wolle sich bei den Opfern entschuldigen und bereue seine Fehler zutiefst. Während der Erklärung und der Plädoyers vermied er Blickkontakt zu den Eltern.

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