RTL News>Reisen>

Urlaubs-Knigge: Wie viel Trinkgeld ist im Ausland angemessen?

Das gilt in den Urlaubs-Ländern

Urlaubs-Knigge: Wie viel Trinkgeld ist im Ausland angemessen?

Trinkgeld-Glas in Restaurant
Wie viel Trinkgeld erwarten Servicekräfte im Ausland?
Nikola Stojadinovic, iStockphoto

Deutschen wird oft nachgesagt, sie seien geizig und kleinkariert! Das allerdings könnte auch an der Unwissenheit liegen, wie viel Trinkgeld in anderen Ländern überhaupt angebracht ist. Denn schließlich herrschen überall andere Regeln und Gepflogenheiten. Hier ein kleiner Trinkgeld-Guide.

Italien

Für das Gedeck und das zur Vorspeise gereichte Brot wird in italienischen Restaurants ein "Coperto" erhoben. Diese Grundgebühr entbindet den Italien-Urlauber davon, dem Cameriere (Kellner) ein Trinkgeld geben zu müssen. Doch steht es jedem zufriedenen Gast frei, dies dennoch zu tun. Dann wird es einfach auf dem Tisch liegen gelassen.

Lese-Tipp: Kellnerin bekommt 4.400 Dollar Trinkgeld - dann wird sie gefeuert

Spanien und Portugal

In den südeuropäischen Ländern gibt es keine verbindliche Trinkgeldtradition. Über einen Obolus auf dem Rechnungsteller freut sich das Personal aber trotzdem. Allerdings sollte nicht versucht werden, sich auf diese Weise seines Kleingelds zu entledigen. Ein zu geringer Betrag gilt als sehr unhöflich - dann lieber gar nichts.

Lese-Tipp: RTL-Reiseexperte verrät: So finden Sie Urlaubsschnäppchen für den Sommer

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Frankreich

ARCHIV - Ein Kellner eilt in der Festhalle des Rathauses in Bremen an der Kopftafel der 462. Schaffermahlzeit vorbei (Archivfoto vom 10.02.2006). Ursprünglich war das Schaffermahl ein Abschiedsessen von Kaufleuten und Reedern für die Kapitäne, die na
Schaffermahlzeit
dpa, A2942ingo Wagner

Ungewolltes Kränken des Personals sollte auch in Frankreich vermieden werden. Dem Garçon das Trinkgeld direkt in die Hand zu drücken, ist ein absoluter Fauxpas. Die Franzosen lassen "le pourboire" einfach dezent auf dem Tisch liegen. Es sei denn, die Etikette verbietet das Geben von Trinkgeld an die Servicekräfte, was durch den Hinweis "Pourboire interdit" (kein Trinkgeld) gekennzeichnet ist.

Ägypten

In Ägypten ist "Bakschisch" (Trinkgeld) eines der gebräuchlichsten Wörter zwischen Einheimischen und Touristen. Trinkgeld wird am Nil einfach immer und überall erwartet, das reicht vom Gepäckträger bis zum hilfsbereiten Passanten, der einem den Weg zum Zielort weist.

Skandinavien

Dagegen ist der Urlaub in Skandinavien reisekassenfreundlich. In Schweden ist das Trinkgeld sowohl in Hotels und Restaurants als auch im Taxi bereits im Preis enthalten. Auch in Dänemark ist Trinkgeld nicht üblich.

USA

Eher hoch angesiedelt ist das Trinkgeld in den USA. Das liegt daran, dass die Angestellen davon mitunter leben müssen. Das Gehalt fällt dementsprechend klein aus. 15 bis 20 Prozent ist die Regel. Gebräuchlich ist auch das sogenannte "Tipping in advance" (Trinkgeld im Voraus), mit dem sich der Gast gleichzeitig den besten Platz im Restaurant sichert.

Irland und Großbritannien

Irland und Großbritannien-Reisende richten sich in Restaurants für die Höhe des Trinkgelds nach der Zehn-Prozent-Regel. In Bars und Pubs ist Trinkgeld nur üblich, wenn eine Bedienung die Getränke bringt.

Hier hat Trinkgeld keine Tradition

In Costa Rica, Malaysia, Südkorea, Japan, China, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder auf den Fidji-Inseln gehören Trinkgelder nicht zur Tradition. Sind die Restaurants oder Hotels aber besonders westlich orientiert, wäre auch hier ein Trinkgeld angebracht. Sonst aber nicht - mitunter kann die gut gemeinte Geste sogar als Beleidigung gelten.