Politiker streiten über unseren Osterurlaub

Wann und wo können wir uns erholen?

16. Februar 2021 - 10:15 Uhr

Gibt es Entschleunigung am Meer oder Erholung in den Bergen?

Es sind noch sechs Wochen bis Ostern – viele in Deutschland sehnen sich nach ein bisschen Urlaub, ein bisschen Pause. Aber wird es im zweiten Corona-Jahr eine Chance auf Entschleunigung am Meer, auf Erholung in den Bergen geben? Nach der hitzigen Debatte darüber muss man jedenfalls nicht so lange suchen wie nach versteckten Osternestern…

+++ Alle aktuellen Infos zum Corona-Virus jederzeit im Liveticker +++

"Ich wäre schon froh, wenn wir es ohne dritte Welle bis Ostern überhaupt schaffen“

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther im RTL-Interview.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther im RTL-Interview.
© RTL

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte in der "Bild am Sonntag" gesagt: "Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen: Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben." Zu große Mobilität bereits im April sei Gift. "Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben." Unterstützung fand er bei Karl Lauterbach, der sagte: "Ich wäre schon froh, wenn wir es ohne dritte Welle bis Ostern überhaupt schaffen". Er fügte an: "Sollte dies gelingen, darf der Erfolg nicht im Urlaub zerstört werden."

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kann mit dieser Aussage wenig anfangen. Er sagte im RTL-Interview: "Jeder hat Verständnis dafür, dass wir keine Zusicherung machen können, was in 6 bis 7 Wochen möglich ist. Aber genauso sollten wir uns davor hüten, jetzt schon zu sagen, was in 6 bis 7 Wochen nicht möglich ist". Schleswig-Holstein lebt bekanntermaßen vom Tourismus und so ist Günthers Aussage auch wenig verwunderlich: "Ich habe sehr wohl die Hoffnung, dass Osterurlaub in diesem Jahr im Land stattfinden kann".

Lesetipp: Das sagen Reise-Experten zum Oster-Urlaub

Scholz: Zeitpunkt der Debatte ist zu früh

Vizekanzler Olaf Scholz hält hingegen nichts von einer Debatte zum jetzigen Zeitpunkt. Der Beginn der Diskussion sei sehr früh, sagte der SPD-Politiker und Bundesfinanzminister im Interview bei "Welt". "Ich glaube, es ist wichtig, dass wir alle ein wenig abwarten, wie sich die Dinge entwickeln, und deshalb macht es keinen Sinn, zum jetzigen Zeitpunkt in die eine oder andere Richtung eine feste Aussage zu treffen."

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bleibt optimistisch: "Warum soll es uns nicht jetzt gelingen, in den nächsten sechs, sieben Wochen bis Ostern noch einmal 30 Punkte runterzukommen. Und damit ja doch viel mehr Freiheit und Normalität zurückzugewinnen."

Heftige Kritik an der Aussage Kretschmers übte die Hotel-Branche. Im RTL-Frühstart sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel und Gaststättenverbands Ingrid Hartges: "Nachdem wir letzte Woche bei dem Beschluss schon nicht erwähnt wurden, jetzt mit solchen Äußerungen hier für Verunsicherung und existenzielle Nöte zu sorgen, ist völlig inakzeptabel. Darüber hinaus ist es auch rechtlich fragwürdig"

Und so bleibt es also abzuwarten, was die nächste Ministerpräsidentenrunde Anfang März in unser Osternest legen will.