RTL/ntv "Frühstart" mit Tourismusbeauftragten der Bundesregierung

Osterurlaub wird schwierig, aber es gibt Hoffnung für den Sommer

Gerade ganz weit weg: Urlaub machen in Coronazeiten.
© dpa, Roland Weihrauch

12. Januar 2021 - 8:49 Uhr

Bundesregierung rechnet weiter mit Reisebeschränkungen

Puh, das sind trübe Aussichten für die Bürger: Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), ist skeptisch, ob Urlaub in den Osterferien wieder möglich sein wird. "Ich glaube, dass Reisen etwas ist, dass die nächsten zwei, drei Monate noch sehr schwer vorstellbar ist", so Bareiß im RTL/ntv "Frühstart". Die Infektionslage in Deutschland und Europa mache Sorge, hinzu kämen die Corona-Mutationen.

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"Sommerurlaub wird möglich sein"

Mit Besserung rechne er erst im zweiten Vierteljahr. "Ab den Pfingstferien wird es wieder besser. Und ich hoffe, dass dann der Sommer ein ganz großer Reisezeitraum wird." Im Sommer werde Urlaub in Deutschland wieder möglich sein, sagte der CDU-Politiker bei RTL/ntv. Auch Fernreisen seien wahrscheinlich machbar, hingen aber von der jeweiligen Lage im Ausland ab. Auch der Chef des Reiseunternehmens TUI glaubt an einen einfacheren Sommer.

Die Virus-Mutationen müssten für den Sommer nicht zwangsläufig ein großes Risiko sein, so Bareiß. Die Hersteller hätten klar gesagt, dass die Impfstoffe auch gegen mutierte Varianten geeignet seien. "Wenn wir im zweiten Quartal in Deutschland wirklich die meisten Menschen geimpft haben, wird es im Sommer eine Sicherheit geben fürs Reisen."

Reise-Vorteile für Geimpfte?

Der Parlamentarische Staatssekretär betonte dennoch: "Das Reisejahr 2021 wird immer noch sehr, sehr außergewöhnlich sein." Sicherheit gehe vor. Auch die Tourismusbranche selbst habe ein Interesse daran, dass Urlauber gesund wieder nach Haus kämen. Sicheres Reisen werde ein Qualitätsmerkmal für die Branche. "Wir wollen nicht solche Verhältnisse wie in Ischgl im letzten Jahr."

Hoffnungen machten die Impfungen. Die Bundesregierung habe aber klar gemacht, dass es beim Reisen keine Zweiklassengesellschaft geben dürfe, etwa im Flugzeug. "Wir wollen, dass jeder ganz normal behandelt wird, egal ob geimpft oder nicht geimpft."

Ob man trotz allem jetzt schon buchen oder noch warten sollte, erklärt hier unser Reiseexperte Ralf Benkö.

Neue Einstufung der Risikogebiete

Für Reiserückkehrer werde die Bundesregierung zwei zusätzliche Stufen von Risikogebieten einführen, so der Tourismus-Beauftragte. Länder und Regionen mit mehr als 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in 7 Tagen sollen als Hochrisikogebiet eingestuft werden. Hier werde ergänzend zur Quarantäne- eine Testpflicht bei Rückkehr eingeführt.

Eine dritte Stufe gelte für Regionen, in denen gefährliche Virusmutationen grassieren. Hier sollen zusätzlich Ausnahmeregeln für Einreisende "stark reduziert" werden. "Hier müssen wir wirklich aufpassen. Wenn die mutierten Viren sich verstärkt in Deutschland verbreiten, gibt es eine schnelle Infektionskette. Das würde unser Gesundheitssystem enorm belasten", so Bareiß.

Die bisher geltende Einstufung als Risikogebiet für Länder mit einer Inzidenz von mehr 50 Neuinfektionen bleibt. Die Veränderung der Muster-Quarantäneverordnung könnte am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden.