Das sind Ihre Rechte

Was heißt die verlängerte Reisewarnung für meinen Urlaub?

Für viele Leute findet der geplante Sommerurlaub in diesem Jahr nicht statt.
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08. Mai 2020 - 11:20 Uhr

Weltweite Reisewarnung bis mindestens 14. Juni verlängert

Die Verlängerung der weltweiten Reisewarnung bis zum 14. Juni macht Urlaub im Ausland in den kommenden Wochen praktisch unmöglich. Doch was passiert mit bereits gebuchten Reisen? Reiserechtler Paul Degott erklärt, welche Rechte Sie haben und ob Sie Ihre Reise umbuchen oder stornieren sollten.

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Geld zurück für Pauschalreisen

Pauschalreisen können nun bis Mitte Juni nicht mehr stattfinden. Einige Veranstalter hatten ihre Reisen ohnehin bereits bis Ende Mai abgesagt. Viele dürften die Absagen nun bis zum 14. Juni verlängern. Unterlassen sie das, haben Kunden ein kostenloses Stornorecht. Denn eine Reisewarnung gilt als ein starkes Indiz für ein unvermeidbares, außergewöhnliches Ereignis - und dieses berechtigt zum Rücktritt vom Reisevertrag ohne Stornokosten, ordnet Degott die Rechtslage ein. Angezahltes Geld muss der Veranstalter unverzüglich und bis spätestens 14 Tage nach Absage der Reise zurückzahlen.

"Die meisten Veranstalter werden jetzt alle Reisen bis Mitte Juni absagen", erwartet der Jurist. Es gebe allerdings auch immer kleinere Veranstalter, die Urlauber hinhielten - teils bis wenige Tage vor der gebuchten Abreise. Mit der Reisewarnung als Argument könnten Gäste jetzt darauf bestehen, sofort kostenlos vom Vertrag zurückzutreten.

Restzahlung kann verweigert werden

Sollte ein Reiseveranstalter für einen Urlaub in den kommenden sechs Wochen eine ausstehende Restzahlung verlangen, können Kunden diese nun verweigern. "Viele Veranstalter sind ganz groß mit Mahnungen", sagt Degott. Doch die Reisewarnung gibt Sicherheit: Zahlungen für Urlaube mit Beginn bis 14. Juni müssen nicht mehr geleistet werden.

Urlaub umbuchen oder stornieren?

Viele Veranstalter bemühen sich derzeit mit Rabatten darum, Kunden zum Umbuchen anstelle von Stornos zu bewegen, damit das angezahlte Geld im Unternehmen bleibt. Tui zum Beispiel hat Kunden zuletzt bis zu 150 Euro geboten, wenn diese sich für eine Gutschrift entscheiden. Verbraucher müssen Gutscheine aber nicht akzeptieren. Rein rechtlich haben sie weiterhin Anspruch auf eine Rückzahlung des Reisepreises.

Individualreisende sollten abwarten

Für Urlauber, die kein Reisepaket, sondern zum Beispiel lediglich ein Flugticket gebucht haben, gilt das Pauschalreiserecht nicht. Die Reisewarnung ist allerdings wiederum ein starkes Indiz dafür, dass ein Flug gar nicht stattfinden kann. "Es gibt das Recht zur fristlosen Kündigung des Beförderungsvertrags, wenn dieser nicht erfüllt werden kann", erläutert Degott. Wer Anfang Juni zum Beispiel nach Rom oder auf die Kanaren fliegen wollte, sollte jetzt abwarten, bis die Airline den Flug von sich aus storniert, rät Degott. Dann muss die Fluggesellschaft das Geld zurückzahlen, wobei viele Airlines derzeit Rückzahlungen verzögerten. Wir haben Tipps, was Sie tun können, wenn Ihnen die Kosten für die Flüge nicht erstattet werden.

Wer ein Hotel im Ausland gebucht hat, sollte zunächst prüfen, ob er die Unterkunft noch kostenlos stornieren kann. Falls das nicht der Fall ist, gilt zunächst einmal: am besten den Anbieter oder Hotelier kontaktieren und um eine kostenlos Stornierung bitten. Hier gilt in den meisten Fällen allerdings das jeweilige Recht des Urlaubslandes.

Und was gilt für Reisen nach Mitte Juni?

Aktuell ist kaum absehbar, welche Auslandsziele im Sommer überhaupt bereist werden können - momentan sieht es danach aus, als sei Urlaub für uns nur in Deutschland möglich. Die meisten Reisen für diese Zeit könnten momentan aber nur gegen Stornokosten abgesagt werden, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg. Hier heißt es vorerst abwarten. Gleiches gilt für Flüge für diese Zeit nach dem 14. Juni: Nur wenn die Fluggesellschaft den Flug annulliert oder wenn ein Einreiseverbot für das Urlaubsland besteht, werde der Ticketpreis erstattet, betonen die Verbraucherschützer.

TVNOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen den Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind? Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".

Quelle: DPA/RTL.de