15. April 2019 - 22:27 Uhr

Auch Deutschland stimmt mit Ja!

Bei dem Treffen am Montag in Brüssel stimmte die Bundesregierung für die neue Urheberrechtsreform. Sie gab damit den entscheidenden Ausschlag, denn hätten sie sich enthalten oder dagegengestimmt, wäre keine ausreichende Mehrheit zustande gekommen.

Sechs Länder, darunter auch die Niederlande und Italien, stimmten gegen die Reform. Belgien, Slowenien und Estland enthielten sich. Das waren allerdings zu wenig Gegenstimmen und jetzt bleiben zwei Jahre Zeit, um die Reform in nationales Recht umzusetzen.

Was die Influencer von Youtube und Co. jetzt erwartet

Für Youtuber Daniel Zoll könnte sich ab heute alles ändern, nachdem die EU-Staaten die Urheberrechtsreform auf den Weg gebracht haben. "Es gibt Youtuber, die natürlich schon Sorgen haben und auch Angst vor der ganzen Reform", so der Youtuber aus Berlin.

Plattform-Anbieter wie Youtube, Facebook und auch Google sind in Zukunft haftbar, wenn geschütztes Material hochgeladen wird. Wie Daniel Zoll mit dem endgültigen Beschluss umgeht, zeigen wir im Video.

Reform geht zu weit

Seit Monaten schon läuft eine hitzige Debatte zur Urheberrechtsreform. Datenschützer und IT-Experten sehen darin einen viel zu weitgehenden Eingriff. "Welcher Künstler nimmt Schaden, wenn z.B. eine Jugendliche Songs in mäßiger Qualität nachspielt oder nachsingt und Videos davon im Internet hochlädt?" kritisiert der IT-Verband bitkom.

Die Reform sei Prinzipienreiterei auf einer 50 Jahre alten Basis. "Zeitgemäß ist ein Urheberrecht dann, wenn es Kreativität und wirtschaftliche Aktivitäten stimuliert und dann für einen gerechten Ausgleich sorgt, wenn an einer Stelle ein echter Schaden entsteht", so bitkom weiter.

Viele Proteste in Deutschland

Vor allem in Deutschland war die Aufregung um die Urheberrechtsreform groß. Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten Uploadfilter - Programme, die Inhalte schon vor dem Hochladen auf mögliche Verstöße überprüfen.

Kritiker befürchten einen massiven Einschnitt in die Meinungsfreiheit und digitale Innovationen. Daher gab es immer wieder Überlegungen, die Umsetzung der Reform nutzerfreundlicher zu gestalten. Es stand auch im Raum, die Reform jetzt in letzter Instanz abzulehnen.