Prozess in Merseburg (Sachsen-Anhalt)

Uralt-Bronzetasse gefunden - jetzt steht der mutmaßliche Schatzräuber vor Gericht

3100 Jahre alte Bronzetasse, die im Internet zum Kauf angeboten wurde.

21. September 2020 - 17:32 Uhr

Anklage wegen Unterschlagung

Es geht um eine Uralt-Tasse aus Bronze von unschätzbarem Wert: die wollte ein Mann im Herbst 2018 im Internet zu Geld machen. Zuvor soll der 37-Jährige das wertvolle Objekt mit einem Metalldetektor im Saalekreis (Sachsen-Anhalt) aufgespürt und mit nach Hause genommen haben. Jetzt muss sich der Mann vor dem Amtsgericht Merseburg verantworten.

Er will die Tasse in Bayern gefunden haben

Angeklagt ist er wegen Unterschlagung. Denn die etwa 3.100 Jahre alte Tasse gehörte ihm gar nicht – als archäologischer Bodenfund war sie Eigentum des Landes Sachsen-Anhalt.

Die Polizei kam dem mutmaßlichen Räuber auf die Schliche. Er sagte in einer Vernehmung, er habe den Schatz in Bayern gefunden. Dort wird der "Gewinn" beim Verkauf eines Fundstücks zwischen "Schatzsucher" und Grundstückseigentümer geteilt.

In der Tasse befanden sich noch drei bronzene Anhänger sowie 94 kleine Beschläge und Gürtelschnallen, ebenfalls aus Bronze.