Unzufrieden mit Paketdiensten: Doch sind immer nur die Boten schuld?

20. Dezember 2016 - 8:18 Uhr

In der Weihnachtszeit bestellen viele ihre Geschenke online oder verschicken die Päckchen direkt an ihre Lieben. Jedoch sitzt der Frust meistens tief, wenn die Pakete nicht rechtzeitig ankommen. Und dann gibt es oft nur einen Schuldigen: den Paketboten. Doch sind die wirklich immer für den 'Paket-Ärger' verantwortlich?

Zur Weihnachtszeit wird doppelt so viel bestellt

Gerade jetzt läuft der Versandbetrieb wieder auf Hochtouren. Denn in der Weihnachtszeit bestellen wir fast doppelt so viel, wie zu jeder anderen Zeit im Jahr. Die Paketboten kommen da oftmals an ihre Grenzen und sogar darüber hinaus. Kein Wunder also, dass sich neben der Anzahl der Bestellungen, auch die Beschwerden der Kunden häufen. Davon gab es im vergangenen Jahr 6.500 - allein auf der Internetplattform 'paket-aerger.de' der Verbraucherzentrale NRW.

Die Beschwerden sind dort vielfältig: Verbraucher berichten von fehlenden Zustellungen, weil sie in zu hohen Stockwerken wohnen oder dem Zettelchen im Briefkasten, obwohl man zum Zeitpunkt der Lieferung zuhause war. Oftmals soll sowohl die Bestellung, als auch Abholschein ausgeblieben sein.

Den Vorwurf, dass Paketboten schlicht zu faul wären, weist die Dienstleistungsgewerkschaft 'Ver.di' aber jetzt zurück: Die Arbeitsbedingungen haben sich geändert, da zum einen das Personal in vielen Unternehmen geschrumpft und die Paketbranche zum anderen eine 'Boombranche' geworden sei, bei der es jedes Jahr Zuwächse gebe und so generell mehr Pakete zugestellt werden müssen.

Deswegen ist die Weihnachtszeit für viele Paketboten alles andere als besinnlich. Oftmals müssen an einem Tag pro Stunde 30 Pakete zugestellt werden - also im Durchschnitt alle zwei Minuten ein Paket. Äußere Umstände wie zum Beispiel ein Stau oder rote Ampeln machen das aber manchmal unmöglich. Die verlorene Zeit muss dann auch noch hinten drangehängt werden. Die Folge: Kunde und Bote verpassen sich immer öfter.

Schuld ist nicht immer nur der Bote

Dagegen berichten die vermeintlichen Sündenböcke davon, dass häufig auch der Empfänger schuld ist. Eine kaputte Klingel, ein gehaltener Mittagsschlaf oder Duschen während das Paket zugestellt werden sollte, seien ebenfalls Faktoren, die die Lieferung verhindern können. Und wer nur zwei Minuten pro Paket hat, kann oftmals auch nicht lange vor der Haustür warten.

Jedoch gibt es auch die Möglichkeit, dem Paketdienst eine sogenannte Abstellerlaubnis zu erteilen. Wer also keine Zeit hat, zuhause zu warten, der nennt dem Zusteller einfach einen Ort, an dem die Pakete abgestellt werden dürfen. Der Haken ist allerdings, dass der Zusteller in einem solchen Falle nicht haftet, wenn die Ware zum Beispiel geklaut wird. Alternativ bieten einige Paketdienste aber auch an, zu bestimmten Uhrzeiten zu liefern. Das könnte ebenfalls dazu beitragen, dass Kunde und Paket nicht mehr allzu lange aufeinander warten müssen.