Unwetterwand zieht übers ganze Land

09. Februar 2016 - 15:24 Uhr

Frau im Sturm von Ast erschlagen

Der Sommer verabschiedet sich mit heftigen Unwettern. Tief 'Bert' überzieht heute das ganze Land mit einer breiten Unwetterwand. Laut 'wetter.de' kommt ein "richtiger Kracher" in Form einer Kaltfront zu uns. Heftiger Starkregen, Hagel und Orkanböen mit Windstärke 10: Das schlechte Wetter zieht alle Register.

Schlimme Gewitter über ganz Deutschland
Das war's wohl mit dem Sommer: Heftige Gewitter und Sturm pusten die Wärme weg.
© dpa, Patrick Pleul

Bei einem Unwetter ist in Koblenz eine Frau in einem Biergarten von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. Das Unwetter war über Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gezogen und hatte Sachschaden in Millionenhöhe verursacht. So beschädigten in Mülheim bei Bernkastel-Kues an der Mosel schwere Hagelkörner etwa eineinhalb Dutzend Hubschrauber, die anlässlich eines Helikoptertreffens auf einer Wiese standen.

In der Region um Bernkastel-Kues wurden Hausdächer, Rollläden, Dachfenster und Autos beschädigt. Bei Büdlich schlug ein Blitz in eine Scheune ein und setzte sie in Brand. Verletzt wurde von dem Feuer laut Polizei niemand. Auch Bäume stürzten um. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Der Wind pustet den Sommer förmlich weg

Gewitter, Schauer und heftige Sturmböen richteten auch in Nordrhein-Westfalen Schäden an, doch verlief das Unwetter dort eher glimpflich. Am Niederrhein mussten allerdings mehrere Bahnstrecken gesperrt werden, weil umgestürzte Bäume auf Schienen und in Oberleitungen gekracht waren. Bei Heinsberg wurde ein Frau leicht verletzt, als ein Baum auf ihr Auto stürzte.

Im südlichen Schleswig-Holstein hat das Unwetter zahlreiche Keller volllaufen lassen und Bäume umgerissen. Auch Fassadenteile von Gebäuden seien heruntergestürzt, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle in Elmshorn. Die Feuerwehr zählte allein im Kreis Pinneberg 38 Einsätze.

Vor der Küste Helgolands sind im Unwetter zwei Ausflugsschiffe zusammengestoßen. Verletzt wurde bei der Havarie niemand.

Auch wenn die Unwetterfront Richtung Polen abzieht und das es vom Westen her zunehmend auflockert, sind die weiteren Aussichten alles andere als prickelnd. Es wird nach der Sommerhitze der vergangenen Tage deutlich kühler mit Werten um die 20 Grad. Dazu weht an den Küsten und auf den Bergen noch ein stürmischer Wind. Traurig, aber wahr: Der Wind pustet den Sommer förmlich weg.