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Unwetter zerstört deutsches Ferienlager in Südfrankreich: Betreuer endlich gefunden?

Unwetter überraschen deutsches Camp in Frankreich
Unwetter überraschen deutsches Camp in Frankreich 119 Jugendliche aus Leverkusen betroffen 03:15

Heftige Unwetter überraschen Feriencamp

Nach heftigen Unwettern wurden für 119 Kinder aus Leverkusen die Ferien in einem französischen Ferienlager zum Albtraum. Verantwortliche müssen sich Fragen von Ermittlern stellen. In der Region ist jetzt am Montagabend eine Leiche gefunden worden. Ob es sich um einen Betreuer aus Leverkusen handelt, wird jetzt untersucht. Der 66 Jahre alte Mann wurde seit der Sturzflut auf dem Zeltplatz am Fluss Ardeche vor fünf Tagen vermisst.

Wohnwagen des Gesuchten wurde mitgerissen und zerstört

Der Wohnwagen des vermissten Betreuers wurde bei der Überschwemmung im Ardèche-Tal in der Gemeinde Saint-Julien-de-Peyrolas im Département Gard am Donnerstag mitgerissen und zerstört. Bei der Suche wurden auch zwei Hubschrauber eingesetzt.

Drei Kinder, die nach dem Unwetter zur Beobachtung ins Krankenhaus kamen und fünf Betreuer, die dort behandelt wurden, seien allesamt wieder zurück in ihrem provisorischen Lager, sagte eine Sprecherin des Leverkusener Veranstalters. Es hätten mehr als 100 Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren an dem Zeltlager teilgenommen. 

Nun sollen sie mit Bussen die Heimreise antreten, hieß es auf der Facebook-Seite des Veranstalters. "Es geht allen gut und sie sind bestens versorgt." Der vermisste Betreuer sei "zuletzt gesehen worden, als das Wasser über den Platz schwemmte", hieß es weiter. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von neun leicht verletzten Kindern der Gruppe.

Wir haben die Eltern der Kinder in Deutschland zum Interview getroffen. Über die Angst um ihre Kinder berichten sie im Video! 

Zwei Verantwortliche in Gewahrsam - Campingplatz war illegal

Ermittler starteten unterdessen eine Untersuchung gegen zwei Verantwortliche der Reisegruppe. Wie Sicherheitskreise bestätigten, wurden sie in Gewahrsam genommen. In der Untersuchung gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, der Gefährdung des Lebens anderer, Schwarzarbeit und das ungenehmigte Betreiben eines Campingplatzes, so AFP unter Berufung auf den Staatsanwalt von Nîmes.

Der von der Gruppe genutzte Campingplatz liegt demnach in einem hochwassergefährdeten Gebiet. Der Veranstalter St. Antonius in Leverkusen teilte mit, die beiden Vorsitzenden seien bei der Polizei und würden zu dem Geschehen befragt. "Sie wurden dazu abgeholt, von einer Festnahme war vor Ort keine Rede." Auch Betreuer würden von der Polizei befragt.

Besorgte Eltern holen ihre Kinder in Frankreich ab

Das französische Rote Kreuz versorgte die Kinder und Betreuer mit Essen, Decken und Feldbetten. "Die ersten Eltern sind vor Ort und holen ihre Kinder ab", teilte der Veranstalter auf seiner Facebook-Seite mit. "Die Nacht war unruhig, dennoch konnten alle ein bisschen schlafen."

Das Zeltlager war nach Angaben der Präfektur von Nîmes wegen des Unwetters geräumt worden. Der Campingplatz mit umgestürzten Wohnwagen und weggerissenen Zelten bot ein Bild der Verwüstung, wie Fernsehbilder am Freitag zeigten. Laut Medien war der Valat d'Aiguèze, ein Nebenfluss der Ardèche, plötzlich über die Ufer getreten.

Die gesamte Region war von heftigen Regenfällen getroffen worden. Auch andere Campingplätze wurden geräumt. Nach Angaben von Innenminister Gérard Collomb wurden in drei Départements zusammen 1.600 Menschen in Sicherheit gebracht. Hunderte Feuerwehrleute und Polizisten waren im Einsatz. 

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