Unwetter in Italien: Po droht über die Ufer zu treten

10. März 2015 - 20:04 Uhr

Tote in Frankreich angespült

Mindestens 16 Tote, zerstörte Autos, schlammige Straßen: Unwetter haben vor allem in Norditalien viel Schaden angerichtet. Nun haben die Gewitterstürme auch Spanien und Südfrankreich erreicht.

Kein Ende der Unwetter
Der Po droht durch die andauernden Regenfälle über die Ufer zu treten.
© Reuters, ALESSANDRO GAROFALO

Bei schweren Unwettern in Italien sind in den vergangenen zwei Wochen 16 Menschen ums Leben gekommen - und ein Ende des Regens ist nicht vor Ende der Woche zu erwarten. Besonders betroffen sind die Regionen Ligurien und Toskana. Auch in Frankreich herrschen Unwetter: Im Süden des Landes ertrank ein 51 Jahre alter Deutscher im Fluss Herault, den starker Regen anschwellen ließ.

Auch die Leichen von vermutlich drei in Italien vermissten Opfern wurden in Südfrankreich gefunden: An der Côte d'Azur schwemmte ein starker Ostwind innerhalb von drei Tagen drei Männer-Leichen an. Obwohl es keine Anzeichen von Gewaltanwendung gab, wurde eine Obduktion angeordnet.

Kritik an den Behörden

Während der Unwetter-Alarm von Ligurien nach Nordwesten in die Region Piemont verschoben wurde, herrschte zunehmender Regen-Alarm auch in der Po-Ebene. Der große Fluss stieg nach Angaben des Landwirtschaftsverbands Coldiretti bei Piacenza auf über 5,40 Meter an. In Süditalien dagegen versetzten starke Regenfälle die Behörden vor allem in Kampanien in Sorge. Besonders betroffen sei bisher die Gegend rund um den Vesuv bei Neapel.

In der Gegend von Alessandria im Piemont im Norden wurden am Sonntag mehr als 500 Menschen in Sicherheit gebracht, wie der Zivilschutz mitteilte. Schon am Vortag waren Dutzende Menschen im Piemont wegen Erdrutschgefahr in Sicherheit gebracht worden. Die Verwaltung der Regionalhauptstadt Turin ordnete an, die Schulen und die Universität am Montag geschlossen zu lassen. In Ligurien stieg die Zahl der Leute, die in Sicherheit gebracht wurden, auf insgesamt 1.350.

In der ligurischen Hafenstadt Genua hatte der Regen am Freitag vier Frauen und zwei Kinder in den Tod gerissen. Starkregen ließ den Fluss Bisagno über die Ufer treten, woraufhin eine Flutwelle durch eine Straße raste. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt auf. In der Kritik steht eine Entscheidung der Behörden, am Freitag trotz der vom Zivilschutz ausgegebenen höchsten Unwetterwarnung die Schulen geöffnet zu haben.

Erst vor knapp zwei Wochen hatten kräftige Unwetter in der Touristenregion der Cinque Terre in Ligurien und in der Toskana erhebliche Schäden angerichtet.