Unwetter in Italien: Neun Leichen aus geflutetem Haus auf Sizilien geborgen

4. November 2018 - 11:53 Uhr

Noch mehr Tote in Italien

Nach den schweren Unwettern in Italien haben Taucher in einem Landhaus auf Sizilien neun Leichen entdeckt - auch kleine Kinder. Die Feuerwehr spricht von einem "dramatischen Einsatz". Seit Beginn der Serie von Unwettern im ganzen Land vor einer Woche sind rund 30 Menschen ums Leben gekommen.

"Eine entsetzliche Tragödie hat uns getroffen"

Italien Belluno Unwetter umgeknickte Bäume
Die nordöstliche Provinz Belluno wurde besonders schwer getroffen.
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Das Unglück geschah unweit von Palermo in Casteldaccia. Dort war der Wasserpegel eines Flusses wegen der heftigen Regenfälle in der Region rapide angestiegen. Bei den Toten handele es sich um Angehörige zweier Familien. Nach Angaben der italienische Zeitung "Il Messaggero" um drei Kinder und sechs Erwachsene. "Eine entsetzliche Tragödie hat uns getroffen", sagte der Bürgermeister von Casteldaccia, Giovanni Di Giacinto. Der Fluss habe nie eine Gefahr dargestellt.

Rund 30 Unwetter-Tote in Italien

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete zudem von einem weiteren Toten, der im sizilianischen Vicari gefunden worden sei. Zwei Italiener, die in Deutschland lebten, starben, als ihr Auto in der Provinz Agrigent von Wassermassen erfasst wurde. Das sagte ein Polizeisprecher. Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, wonach es sich bei den Toten um Deutsche handele. 

Seit nunmehr einer Woche sind weite Teile Italiens von Starkregen, Sturm und Gewitter betroffen. Inzwischen sind rund 30 Menschen ums Leben gekommen.

Unwetter in Italien: "Apokalyptische Szenen"

Unwetter in Italien Venedig Markusplatz
Touristen gehen in Venedig auf einem improvisierten Holzsteg über den überfluteten Markusplatz.
© dpa, Luca Bruno, FP pat

Die Situation im Norden des Landes hatte der Chef des Zivilschutzes als "apokalyptisch" bezeichnet. Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern hatten Schneisen der Verwüstung in Wälder gerissen, Straßen wurden durch Erdrutsche verschüttet. Vielerorts fehlten Strom und Trinkwasser.