Unwetter-Front stoppt den Frühsommer

12. Mai 2011 - 6:30 Uhr

Niederrhein versinkt im Hagelguss

Der Vorgeschmack auf den Sommer ist vorbei! Kein schönes, sonniges Wetter und warme Grillabende mehr. Dienstag Abend zogen die ersten Unwetter in Deutschland auf, es kam vermehrt zu heftigen Regengüssen. Da, wo der Himmel sich öffnete, schüttete es gleich so stark, dass Bewohner und Feuerwehr in Wasser und Hagel steckenblieben.

Nicht bis zum Hals dafür aber hüfthoch stand den Helfern am späten Abend in Viersen am Niederrhein die braune Brühe. Ganze Laster-Ladungen Hagelkörner schoben Bagger von den Straßen. In weniger als einer Stunde kamen hier deutlich mehr als 25 Liter Regen und Hagel herunter.

Während die einen trübe Gesichter wegen des nassen Wetters ziehen, kam für andere das Wasser wie ein Segen. Denn das heiße, trockene Wetter ist immer noch an manchen Orten eine Bedrohung: In mehreren Bundesländern stehen Wälder in Flammen. Die Flüsse führen so wenig Wasser wie noch nie in einem Mai. Und die Bauern fürchten Ernte-Einbußen von bis zu 30 Prozent. In städtischen Grünanlagen sprengen die Gärtner, was die Schläuche hergeben.

Brandgefahr ist nicht vorbei

Wer bisher von den Unwettern verschont geblieben ist und sich noch über warme Sonnenstrahlen freuen kann, ist anderen Gefahren ausgesetzt. Armin Kruse ist Gärtnermeister, er erklärte: "Nach dem Winter-Ende haben wir keinen Regen mehr gehabt und sind jetzt seit ca. drei Wochen ständig am Wässern." Nicht einmal auf dem heimischen Balkon ist man in Sicherheit. Denn selbst in Blumenkästen können jetzt Brände entstehen. "Weil eben die Raucher, die auf dem Balkon rauchen, gern ihre Zigaretten im Blumenkasten ausdrücken, kann es sein, dass die Blumenerde so ausgetrocknet ist, dass sie anfängt zu brennen", sagte Jens-Peter Wilke von der Feuerwehr Berlin.

Laut wetter.de kommen Schauer und Gewitter auch im Osten und Süden vor. Dabei ist kurzzeitig und lokal mit Starkregen und heftigen Böen zu rechnen. Im Nordwesten hingegen wird es aber schon wieder etwas freundlicher. Doch am Donnerstag wird es vereinzelt wieder etwas kühler, die Höchstwerte liegen bei 16 bis 21 Grad im Nordwesten und 19 bis 24 Grad im Südosten und Osten, lediglich am Oberrhein kann es örtlich bis zu 25 Grad warm werden.