Unterschlagung: Spielbank-Mitarbeiter vor Gericht

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/dpa/Symbolbild
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30. April 2020 - 15:10 Uhr

Diebstahl und Unterschlagung zu Lasten der Spielbank in Bad Homburg wird seit Donnerstag einem 28 Jahre alten ehemaligen Mitarbeiter des Kasinos zur Last gelegt. Vor dem Landgericht Frankfurt geht es um mehr als eine Million Euro, die der Angeklagte innerhalb eines knappen Jahres an Auslandsdevisen und regulären Geldbeständen aus dem Tresor entnommen und laut Anklage in anderen Spielkasinos umgesetzt haben soll. Nur 700.000 Euro an Gewinnen zahlte er an die Bad Homburger Spielbank zurück. (AZ 7350 Js 204778/19)

Im Dezember 2018 kam es zu den ersten Strafanzeigen gegen den Angeklagten. Im April 2019 wurden schließlich die Tresore der Spielbank gesperrt, kurze Zeit später wurde der Mann festgenommen. Zu Beginn des Prozesses räumte der Angeklagte zunächst die Unterschlagung von ausländischen Währungen in Höhe von 280.000 Euro ein. Er sei aufgrund der eigenen Spielleidenschaft in einen "Teufelskreis" geraten, sagte er. Deshalb hätten sich die Schulden systematisch gehäuft. Nachdem er Familienangehörige und Bekannte um Geld gebeten habe, diese allerdings auf die Rückzahlung gepocht hätten, sei er beim Anblick der im Tresor liegenden Fremdwährungen erstmals schwach geworden.

"Mit einem Bauchwehgefühl" habe er zugegriffen. Er sei dabei fest davon ausgegangen, bei den abendlichen Aufenthalten in den anderen Spielkasinos so viel zu gewinnen, dass er das Geld wieder zurückzahlen könne. Erst im Laufe der Zeit sei ihm nach und nach der Gedanke gekommen, dass dies nicht mehr möglich sei, gb er an: "Ich hatte den Überblick komplett verloren". Laut Anklage wurde das Geld nicht nur verspielt, sondern auch für einen aufwendigen Lebensstil ausgegeben. Der 28-Jährige soll sich beispielsweise einen teuren Wagen geleistet haben, in dem die Polizei noch Geldtaschen und Überweisungsträger fand.

In dem bislang bis Ende Mai terminierten Prozess geht es auch um eine mögliche Einschränkung der Schuldfähigkeit durch die Spielleidenschaft des Angeklagten. Es wird dazu die Expertise eines Sachverständigen erwartet.

Quelle: DPA