Diese Titel haben uns berührt

Unsere Bücher des Jahres 2020: Von Pandatagen, Endzeit-Walen und fixen Rezepten

Ein gutes Buch kann in schwierigen Zeiten Kraft geben.
© iStockphoto, Anna Fotyma

18. Dezember 2020 - 17:03 Uhr

Lese-Tipps, die auf andere Gedanken bringen

Keine Frage, das Jahr 2020 war ein besonderes Jahr – aufgrund der Corona-Pandemie leider kein besonders schönes. Es war ein Jahr in den eigenen vier Wänden, ohne lange Reisen in ferne Länder, mit deutlich weniger Kontakt zu Freunden und Familie. Das Menschliche fehlte vielen. Oder einfach ein Tapetenwechsel, der manchmal so viel Kraft gibt. Doch gerade in solchen Zeiten kann ein gutes Buch helfen, wenigstens die Gedanken fliegen zu lassen. Wir haben Bücher zusammengestellt, die uns in diesem Jahr etwas gegeben haben. Vielleicht ist ja auch eines für Sie dabei?

"Marianengraben" von Jasmin Schreiber

"Gedanken sind oft so unkontrollierbar wie die Liebe, die sie auslöst. Und jetzt liebe ich dich nur noch gefangen in einer Zwischenwelt aus Präteritum und Konjunktiv und in einer Realität, die vor deinem Tod ein Leben und danach nur noch ein Zustand war." Auf Seite 9, da hatte mich die Autorin Jasmin Schreiber in ihren Bann gezogen. In "Marianengraben" geht es um die Hauptfigur Paula, die nach einem schweren Schicksalsschlag ihren Weg zurück ins Leben findet. Langsam, aber sicher. Mit Hilfe eines alten Mannes, eines Hundes und eines Huhns. Jasmin Schreiber beschreibt Paulas Trauer so treffend und tief mitfühlend, dass ich die Autorin bei Instagram gefragt habe, ob das Buch autobiografische Züge habe. Hat es nicht – Schreiber hat einfach ein außergewöhnliches Talent, zu schreiben. Mein Must-read in 2020!

Laura Waßermann, Social-Media-Redaktion

"Befreit: Wie Bildung mir die Welt erschloss" von Tara Westover

Aufgewachsen bei Verschwörungstheoretikern in den Bergen Idahos, kennt Tara Westover keine Schule, keine Popkultur, keine Weltgeschichte und keine andere Weltsicht als die ihrer Eltern. In ihrer Autobiografie beschreibt sie den Kraftakt, aus den einsamen Bergen und dem engstirnigen Gedankenkonstrukt ihrer Eltern auszubrechen und sich ihren Weg nach ganz oben zu erkämpfen – bis auf die Eliteuniversität Cambridge. In einem Jahr wie 2020 könnte dieses Buch kaum aktueller sein. Es erklärt beeindruckend emotional die Gedankengänge von Verschwörungstheoretikern in den USA. Lange hat mich kein Buch so umfassend beeindruckt: Toll geschrieben, wahnsinnig interessant, eine unglaubliche Heldengeschichte – und aus dem echten Leben.

Lauren Ramoser, Life-Redaktion

"Schnell und gesund kochen" von Veronika Pachala

Dieses Kochbuch hat mich das ganze Jahr durch die Homeoffice-Zeit begleitet. Ich mag Veronikas Kochbücher total gerne und folge schon lange ihrem Blog, aber dieses Buch ist super praktisch. Auf ihrem Blog findet man passend zum Kochbuch Einkaufslisten und Wochenpläne. Die Rezepte sind total lecker (obwohl sie so super healthy sind), echt easy und schnell zubereitet. Gerade in der Zeit von Corona, in der ich viel zuhause war, nicht so gerne so oft einkaufen gegangen bin, habe ich oft und gerne aus diesem Kochbuch gekocht. Meine Lieblingsrezepte sind die Salat-Sandwiches und die schnelle Vollkornpizza. Gesund, aber gar nicht langweilig!

Franziska Gertler, Life-Redaktion

"Pandatage" von James Gould-Bourn

Das Buch "Pandatage" begleitet den Vater Danny Malooley und seinen Sohn Will. Vor einem Jahr ist Dannys Frau bei einem Unfall gestorben. Seitdem läuft in Dannys und Wills Leben nichts so wirklich rund. Will redet seit dem Tod seiner Mutter kein Wort mehr, Danny verliert seinen Job und der Vermieter droht auch noch mit dem Rausschmiss. Doch als Danny sich von seinem letzten Geld ein Panda-Kostüm kauft und beginnt im Park zu tanzen, geht es langsam wieder bergauf. "Pandatage" hat mich überrascht und immer wieder zum Lachen gebracht. Das Buch zeigt, wie wichtig es ist, sich in schwierigen Zeiten auf die wirklich wichtigen Dinge zu besinnen. Vor lauter Arbeit vergisst man manchmal die wichtigsten Menschen, die direkt vor den eigenen Augen sind. Auch aus einer schwierigen Zeit im Leben kann man mit mehr Nähe, Freude und Freundschaften herauskommen.

Lara Dörnbach, Social-Media-Redaktion

"Der Wal und das Ende der Welt" von John Ironmonger

Im Fischerdorf St. Piran passieren seltsame Dinge: Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Ortes spüren sofort, dass etwas Sonderbares beginnt. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist – und zwar von einer Grippewelle, die innerhalb kürzester Zeit das ganze Land ins Chaos stürzt. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt. Das Buch von John Ironmonger ist am 25. März auf den Markt gekommen – quasi mit dem Start der Corona-Pandemie in Europa. Ein Zufall oder war so eine Katastrophe einfach längst überfällig? Ironmonger hat scheinbar die gleichen hellseherischen Fähigkeiten wie sein Held Joe, der das Unheil kommen sah und alles auf eine Karte setzt, um möglichst viele Leben zu retten. Ein Buch, das mir gezeigt hat, wie wichtig Intuition und Menschlichkeit in der Krise sind.

Sebastian Priggemeier, Life-Redaktion

Krimis sind eher Ihr Fall? Dann sollten Sie sich diese Neuerscheinungen anschauen. Zwischen den Jahren sind die Tage zwar kurz und oft dunkel, aber die Zeit zieht sich trotzdem, weil die meisten von uns Urlaub haben. Ideale Bedingungen für gemütliche Stunden mit einem neuen Krimi.

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.