Unser Wetter wird extremer

An solche Bilder werden wir uns gewöhnen müssen. Flüsse treten häufiger über die Ufer und lösen Überschwemmungen aus.
© dpa, Patrick Pleul

15. Februar 2011 - 15:33 Uhr

Extremwetterlagen werden zunehmen

Flüsse, die mehrmals im Jahr über die Ufer treten, Schneewehen, die Dörfer von der Außenwelt abschneiden und Hitzewellen, die besonders für alte Menschen lebensgefährlich werden können - an all diese Naturphänomene müssen wir uns wohl oder übel gewöhnen.

Auch wenn die Sommer in der Summe niederschlagsärmer werden, werden wir häufiger mit Extrem-Wetterlagen wie Starkregen zu rechnen haben. In den Wintermonaten ist zukünftig mit mehr Niederschlägen zu rechnen als bisher. Ob die dann als Schnee oder Regen niedergehen, ist ungewiss. Als gesichert gilt, dass Phänomene wie das berühmte Weihnachtshochwasser tendenziell häufiger auftreten werden.

Bundeswehrreform spielt auch eine Rolle

Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, betonte, dass durch den demografischen Wandel immer weniger ehrenamtliche Helfer zur Bewältigung von Naturkatastrophen zur Verfügung stünden.

Hinzu kämen die Folgen der Bundeswehrreform. Wo es früher 50 Panzerbataillone gegeben habe, seien es künftig nur noch 3. Bei Wetterkatastrophen sei es daher künftig nicht mehr so leicht, rasch Bergepanzer zu bekommen. Auch die Zahl freiwilliger Feuerwehrleute könne dramatisch schrumpfen. Derzeit werde geprüft, das Warnsystem für den Zivilschutz zu einem modernen Informations- und Warnsystem auch für regionale Unwetterlagen zu erweitern, sagte Unger.

Auch das Technische Hilfswerk (THW) wies auf das Personalproblem hin. 2010 seien durch 'Wetterereignisse' mit 845.781 Einsatzstunden doppelt so viele angefallen wie noch 2009, sagte der Leiter der Abteilung Einsatz im THW, Volker Strotmann. Von Dezember bis Januar habe sich das THW durchgehend in wetterbedingten Einsätzen befunden - erst wegen des Schneefalls, dann wegen der Schneeschmelze. Insgesamt wurden vom THW in diesem Zeitraum 155.000 Arbeitsstunden geleistet.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes müssten die Kommunen angesichts der vermehrten Wetterkapriolen dafür sorgen, dass möglichst viel Regen versickern kann, damit Flüsse nicht so anschwellen. Zudem müsse die Deichsicherheit erhöht werden, sagte Präsident Jochen Flasbarth. "Klimaschutz ist die Vorsorgemaßnahme Nummer 1", betonte Flasbarth. Jetzt getroffene Maßnahmen seien deutlich günstiger. Die nun bekannt gewordenen Prognosen erhöhten den Handlungsdruck.