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"Unser Haus ist euer Haus": Zehntausende demonstrieren in Barcelona für die Aufnahme von Flüchtlingen

"Unser Haus ist euer Haus": Zehntausende demonstrieren in Barcelona für die Aufnahme von Flüchtlingen

Protestierende in Barcelona für die Aufnahme von mehr Kriegsflüchtlingen
Während Populisten weltweit Ausländerfeindlichkeit propagieren, hält Barcelona dagegen.
EM pat, dpa, Emilio Morenatti

"Größte Demonstration in Europa für die Rechte der Flüchtlinge"

Während Populisten weltweit Ausländerfeindlichkeit propagieren, hält Barcelona dagegen - und fordert die Aufnahme von mehr Kriegsflüchtlingen. Zu der Massenkundgebung mit 160.000 Menschen hatte die Nichtregierungsorganisation 'Casa Nostra, Casa Vostra' (auf Deutsch: Unser Haus ist Euer Haus) aufgerufen. Viele Teilnehmer trugen blaue Kleidung oder blaue Flaggen, die den Demonstrationszug wie eine gewaltige Welle wirken ließ.

Protestierende in Barcelona für die Aufnahme von mehr Kriegsflüchtlingen
Zu der Massenkundgebung hatte die Nichtregierungsorganisation 'Casa Nostra Casa Vostra' aufgerufen.
imago stock&people, imago/Agencia EFE

Die Organisatoren der Veranstaltung sprachen von der "größten Demonstration in Europa für die Rechte der Flüchtlinge". Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie "Schluss mit den Ausreden!", "Keine Toten mehr!", "Flüchtlinge willkommen!" und "Öffnet die Grenzen!"

Viele Politiker nahmen an der Demonstration teil

Protestierende in Barcelona für die Aufnahme von mehr Kriegsflüchtlingen
Die Demonstration stand unter dem Motto: "Schluss mit den Ausreden! Nehmen wir sie jetzt auf!"
imago stock&people, imago/Xinhua

2016 waren nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 5.000 Menschen im Mittelmeer bei dem Versuch gestorben, Europas Küsten zu erreichen. Das waren so viele wie nie zuvor.

Spanien und die Europäische Union müssten endlich ihrer Verpflichtung nachkommen, notleidenden Menschen aus Konfliktregionen Zuflucht zu gewähren und eine integrative Gesellschaft aufzubauen, hieß es. Auch Vertreter verschiedener politischer Parteien, Gewerkschaften sowie kulturelle und soziale Organisationen nahmen an der Kundgebung teil.

Spanien hat bisher weniger Flüchtlinge aufgenommen als vereinbart

Barcelona gilt als besonders offene und integrationsfreundliche Metropole, wie die Stadtverwaltung auf ihrer Webseite betont. Die konservative spanische Regierung von Mariano Rajoy hatte sich 2015 verpflichtet, 16.000 Asylbewerber aus anderen europäischen Ländern aufzunehmen, als Teil des von der EU beschlossenen Umverteilungsplans. Bislang nahm Spanien Medienberichten zufolge jedoch nur 1.100 Menschen auf.

Zum Abschluss der Demo stellte eine Theatergruppe am Strand einen symbolischen Schiffbruch nach: um daran zu erinnern, dass im Mittelmeer allein im vergangenen Jahr 5000 Flüchtlinge ertrunken sind.