Bedrohte Natur, bedrohte Arten

Einfluss des Menschen schlimmer als Asteroiden-Einschlag

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass ein Asteroideneinschlag die Dinosaurier vernichtete.
Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass ein Asteroideneinschlag die Dinosaurier vernichtete.
© Im All geboren, Geo Television / © Robert

29. Mai 2021 - 10:55 Uhr

Dinokiller brachte Tsunamis, Erdbeben und weltweite Brände

Das ist mal ein Ding: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Handeln des Menschen folgenschwerer ist als der Asteroid, der vor 66 Millionen Jahren für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich war. Nicht mal die durch den einschlagenden Himmelskörper ausgelösten Tsunamis, Erdbeben oder Hitzewellen hatten einen solchen Einfluss wie aktuell Klimawandel, Übernutzung oder Umweltverschmutzung.

Armageddon nach Meteoriteneinschlag

Es war vermutlich ein Asteroideneinschlag, der die Dinosaurier vor etwa 66 Millionen Jahren aussterben ließ. Nicht nur das, Experten schätzen, dass rund 76 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten auf Grund des Dinokillers ausstarben. Hinweise entnahmen Wissenschaftler dem riesigen Asteroidenkrater (180 Kilometer Durchmesser) im Norden der Halbinsel Yucatan/Mexiko. Die Folge des Einschlags waren unvorstellbar große Tsunamis, eine überschallschnelle Hitzewelle und Erdbeben. Überall auf der Welt brachen in Folge des Einschlags Feuer aus. Staub- und Rauchpartikel verteilten sich in der Atmosphäre und verdunkelten den Himmel. Ein wahres Armageddon für Lebewesen auf der Erde, doch offenbar nichts gegen das, was uns gerade bevorsteht, bzw. was wir schon durchleben.

Autor der Studie: "Tempo, mit dem wir heute Arten verlieren, ist beispiellos"

Tyrannosaurus Rex
Der Tyrannosaurus Rex gehört zu den Dinosauriern, die durch den Asteroideneinschlag ausstarben.
© Foto: VOX, 046125 Enkel der Dinosaurie.jpg

Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von der Justus-Liebig-Universität Gießen hat sich das Aussterben von Tierarten in Folge menschlichen Handelns und des Klimawandels angesehen. Unterstützung bei ihren Studien erfuhren sie durch Paläontologen des Naturhistorischen Museums in Wien. "Das Tempo, mit dem wir heute Arten verlieren, ist beispiellos und wurde in der Vergangenheit noch nicht einmal bei größten Aussterbungskrisen erreicht", sagt der Hauptautor der Studie, Thomas A. Neubauer.

Die derzeitige Krise der Biodiversität gehöre zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Etliche Arten seien vom Aussterben bedroht. Dazu gehörten Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Übernutzung und Umweltverschmutzung als Hauptursachen für den Artenschwund.

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Für ihre Studie sammelten die Forscherinnen und Forscher Daten von Tausenden fossilen und lebenden Süßwasser-Schneckenarten Europas aus den vergangenen 200 Millionen Jahren. Daraus konnte geschlossen werden, wie schnell neue Arten entstehen und wie lange die Erholungsphasen nach großen Aussterbeereignissen dauern. So fanden die Studien-Beteiligten heraus, dass das Aussterben durch den Asteroiden fataler sei, als bisher vermutet.

Allerdings war eine weitere Beobachtung, dass die Krise vor 66 Millionen Jahren von der vorhergesagten zukünftigen Aussterbewelle noch drastisch übertroffen werde. Die prognostizierte Aussterberate sei um drei Größenordnungen höher, denn bereits im Jahr 2120 sei wahrscheinlich ein Drittel der heute lebenden Süßwasserarten verschwunden.

Einfluss auf die Artenvielfalt in den nächsten 5 Millionen Jahren

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Der Einfluss des Menschen auf das Ökosystem ist größer als angenommen.
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Nach dem Einschlag des Dinokillers habe das Ökosystem fast 5 Millionen Jahre gebraucht, um sich zu erholen und erst nach 12 Millionen Jahren sei das Gleichgewicht zwischen Entstehen und Verschwinden von Arten wieder hergestellt worden. Mathias Harzhauser, Direktor der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien zieht seine Schlüsse aus der Studie:

"Wir denken in geologisch gesehen lächerlich kurzen Zeitspannen und dabei wird unser Handeln noch für Millionen von Jahren das Leben auf der Erde beeinflussen – selbst wenn es dann schon längst keine Menschen mehr geben wird." (kfb)

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