Staatsanwalt drückt der Frau sein Bedauern aus

Vergiftete Babys im Uniklinikum Ulm: Krankenschwester aus Untersuchungshaft entlassen

Zu früh auf der Welt
Zu früh auf der Welt
© picture alliance / dpa, Britta Pedersen

05. Februar 2020 - 10:01 Uhr

Kein dringender Tatverdacht mehr

Es schien ein fürchterliches Verbrechen, nun klingt es nach einem großen Versehen: Eine Kinderkrankenschwester, die im Verdacht stand, am Universitätsklinikum Ulm Babys mit Morphium vergiftet zu haben, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Gegen die Frau besteht laut Staatsanwaltschaft kein dringender Tatverdacht mehr. Der Leiter der Ulmer Staatsanwaltschaft, Christof Lehr, drückte der Frau sein Bedauern aus.

Frühchen nach Atemnot schnell außer Gefahr

ARCHIV - 30.01.2020, Baden-Württemberg, Ulm: Blick auf das Gebäude der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm. Es schien ein schreckliches Verbrechen: Eine Kinderkrankenschwester soll Babys mit Morphium vergiftetet haben.
Universitätsklinik Ulm - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
© dpa, Christoph Schmidt, cdt bwe

Die Frau war unter Verdacht geraten, weil die Ermittler in ihrem Spind eine Spitzer gefunden hatten, in der sich nach ersten Untersuchungen in der Muttermilch mutmaßlich auch Morphium befunden habe. Weitere Analysen bestätigten diesen Verdacht jedoch nicht. Der Haftbefehl gegen die Frau wurde aufgehoben.

Die Frau hatte die Tatvorwürfe bestritten. Die Krankenschwester war am vergangenen Mittwoch wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung in Untersuchungshaft gekommen. Sie soll Säuglingen Medikamente verabreicht und sie damit in Lebensgefahr gebracht haben - so die ursprüngliche Annahme der Polizei, die sich nun nicht bestätigte.

Im Ulmer Klinikum waren im Dezember fünf Säuglinge wegen lebensbedrohlicher akuter Atemnot behandelt worden. Sie waren nach zwei Tagen wieder außer Gefahr. Erst Wochen nach den Notfällen hatten rechtsmedizinische Untersuchungen eine Morphium-Vergiftung als Ursache ergeben.