United erschüttert: Ferguson macht Schluss

Sir Alex Ferguson wird Manchester United nach 27 Jahren verlassen und in den Ruhestand gehen.
Sir Alex Ferguson wird Manchester United nach 27 Jahren verlassen und in den Ruhestand gehen.
© Getty Images, Bongarts

16. Mai 2013 - 11:11 Uhr

Paukenschlag auf der Insel: Nach 27 Jahren als Trainer von Manchester United tritt Sir Alex Ferguson zurück! Wie der Verein mitteilte, wird der 71-Jährige nach der Saison seinen Hut nehmen. "Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber es ist der richtige Zeitpunkt", wird Ferguson zitiert.

Nach dem Gewinn seiner 13. Meisterschaft mit Manchester United, wo er seit 1986 das Zepter geschwungen hatte, machte es vor eineinhalb Wochen noch den Eindruck, als würde der Schotte bleiben. Weil "eine Menge Jugend in diesem Team vorhanden ist, gibt es keinen Grund, warum wir nicht weitermachen und nächstes Jahr noch besser sein können", waren Fergusons Worte, den er am Wochenende vor dem Spiel gegen den FC Chelsea noch Nachdruck verlieh: "Ich habe mit Sicherheit keinerlei Pläne, im Moment zu gehen. Der Titelgewinn ist nichts anderes als der Beginn einer neuen Dekade des Erfolgs" – allerdings ohne Ferguson.

Letztendlich werden es wohl die gesundheitlichen Probleme gewesen sein, die ihn zu einem Rücktritt bewogen haben. Seit neun Jahren trägt Ferguson einen Herzschrittmacher, dazu litt er wieder und wieder an Nasenbluten. Im Sommer wird sich 'Mr. ManUnited' einer Operation an der Hüfte unterziehen, hätte seiner Mannschaft in der Saisonvorbereitung deshalb mehrere Wochen gefehlt.

'Fergie', wie er in England liebevoll genannt wird, hatte seine Zukunft in der Vergangenheit von seiner Gesundheit abhängig gemacht. Nur wenn er sich fit genug fühle, werde er die Titeljagd mit ManUnited fortsetzen. Neben den 13 Meisterschaften hatte er den Traditionsverein zu fünf Erfolgen im nationalen Pokal geführt, in den Jahren 1999 und 2008 gewann Ferguson mit Manchester die Champions League.

Folgt Mourinho auf Ferguson?

Kaum hat die Meldung die Runde gemacht, da werden die Nachfolger gehandelt. Dabei kursiert vor allem der Name Jose Mourinho in den englischen Blättern. Der Real-Trainer macht keinen Hehl daraus, liebend gern in die Premier League zurückkehren zu wollen, galt aber eigentlich als heißer Kandidat auf den Trainerposten beim FC Chelsea. Dem 'Daily Telegraph' zufolge soll Mourinho mit Ryan Giggs eine ManUnited-Legende an die Seite gestellt werden.

Zudem berichtet das Blatt aber auch von den auffälligen Entwicklungen in den englischen Wettbüros: Am Dienstagmorgen habe es ungewöhnlich hohe Einsätze darauf gegeben, dass Everton-Coach David Moyes ab der kommenden Saison in Old Trafford den Platz von Ferguson einnimmt. Die Buchhalter gingen von Insiderinformationen aus und nahmen die Wette aus dem Programm.

Wer in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen wird, er übernimmt den erfolgreichsten englischen Club der vergangenen 20 Jahre. United ist nicht nur sportlich eine Top-Adresse, auch finanziell ist die Zukunft gesichert. Das US-Magazin 'Forbes' führt der Verein als wertvollsten Fußball-Club der Welt – auch dank Ferguson, der ein großes Erbe hinterlässt: "Für mich ist es wichtig, den Verein in bestmöglicher Verfassung zu hinterlassen - und ich denke, das tue ich."