United Airlines lässt junge Frauen nicht mitfliegen - weil sie Leggings trugen

28. März 2017 - 16:56 Uhr

"Das Vorgehen hätte ich von Taliban erwartet"

Diese Turbulenzen hätte die Fluggesellschaft sich vermutlich lieber erspart: Weil sie zwei Teenagern den Einstieg ins Flugzeug verboten hat, weil sie Leggings trugen, hat United Airlines einen Sturm der Empörung ausgelöst. "Das Vorgehen von United gegen Leggings ist etwas, das ich von den Taliban erwarten würde, nicht von einer großen westlichen Fluggesellschaft", kommentierte ein Twitter-User.

Vater der Mädchen durfte in Shorts mitfliegen

Die beiden Mädchen waren übereinstimmenden Medienberichten zufolge am Flughafen von Denver im US-Bundesstaat Colorado am Gate zurückgewiesen worden. Ein weiteres Mädchen hatte demnach ein Kleid über ihre Leggings gezogen, um an Bord gehen zu dürfen.

Die bekannte US-Aktivistin und Anti-Waffen-Lobbyistin Shannon Watts, die ebenfalls am Flughafen war, hatte auf den Vorfall aufmerksam gemacht und das Vorgehen der Airline als sexistisch angeprangert. "Seit wann kontrolliert @united die Kleidung von Frauen?", fragte Watts.

Sie finde das Vorgehen "sexistisch", es sexualisiere junge Mädchen, schrieb sie. "Als Mutter von vier Töchtern, die in Yoga-Hosen lebt und reist, würde ich gern wissen, wie viele Jungen für den gleichen Grund schon bestraft wurden." Dem Vater der Mädchen sei es zudem gestattet gewesen, in Shorts mitzufliegen, zitiert das Magazin 'Spiegel' die empörte Frau. 

Leggings von "regulären Kunden willkommen"

Die Fluggesellschaft habe erst reagiert, nachdem Watts' Nachrichten tausendfach weiterverbreitet worden seine. In den Mitteilungen des Unternehmens hieß es, bei den Mädchen habe es sich um Besitzerinnen eines besonderen Ausweises für Angehörige und Freunde von United-Airlines-Mitarbeitern gehandelt, für die ein spezieller Dresscode gelte. Für reguläre Kunden hätten die Kleidervorschriften keine Gültigkeit. Hier hieße es: "Ihre Leggings sind willkommen!"

Was ist die richtige Kleidung im Flugzeug? Erfahrenen Reisende schwören auf die "Zwiebel-Taktik" – mehrere Schichten übereinander, um bei Bedarf etwas aus- oder wiederanzuziehen.