Unionspolitiker fordern 35-Stunden-Woche für Schüler

16. Februar 2015 - 11:53 Uhr

Leistungsfähigkeit an soziale Kontakte gebunden

Muten wir unseren Kindern zu viel zu? Ja, wenn es nach Abgeordneten der CDU geht. Um den Leistungsdruck von Schülern zu nehmen, fordern Unionspolitiker nun weniger Unterrichtsstunden.

Kinder unter Leistungsdruck
Erschreckend: Jedes vierte Kind leidet heutzutage unter Burnout.
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Der familienpolitische Sprecher der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg, setzt sich daher für die Einführung der 35-Stunden-Woche als Obergrenze ein. "Schüler lernen bis zu 45 Stunden in der Woche, mehr als viele Erwachsene arbeiten. Ich trete für eine maximale 35-Stunden-Woche ein", sagte er der Bild-Zeitung.

Damit sollten die Jugendlichen vor Burnout und Stress geschützt werden. Auch der CDU-Familienpolitiker Martin Patzelt sprach sich für diesen diese Deckelung aus. "Schüler dürften nicht mehr arbeiten als Erwachsene, weil ihre Leistungsfähigkeit auch an die Möglichkeit zu freiem Spiel und zu sozialen Kontakten gebunden ist", so der Abgeordnete.

Jedes vierte Kind leidet unter Burnout

Das Erschreckende: Jedes vierte Kind leidet heutzutage unter Burnout. Martin Korte, Lernexperte der TU Braunschweig, warnt deshalb: "Die Schüler haben keine Pausen, keine Ruhe- und keine Entspannungsphasen mehr. Das heißt: Nach jeder Anspannung erfolgt eine neue Anspannung. Und damit kann das Gehirn sich gar nicht mehr darauf einregulieren, sondern: Die Konzentration der Stresshormone im Blut bleibt konstant hoch."

Um das zu verhindern, sollten Eltern darauf achten, dass sie ihre Kinder nicht zusätzlich unter Druck setzen. Und wenn es nach der Union geht, müssen die Bundesländer schon bald über ein 'Schüler-schon-Gesetz' nachdenken.