Unions Weg zum Klassenverbleib: "Wir können nur gewinnen"

Sportdirektor Oliver Ruhnert am Spielfeldrand. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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01. Juni 2020 - 14:40 Uhr

Im Kampf um den Klassenverbleib kommen beim 1. FC Union Berlin noch immer keine Zweifel auf. "In den letzten fünf Spielen werden wir unsere Chancen bekommen und diese auch nutzen", sagte Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, am Montag. Das bittere 1:4 (0:2) des Aufsteigers bei Borussia Mönchengladbach einen Tag zuvor war allerdings schon das sechste Spiel nacheinander ohne Sieg. Deswegen nahm Ruhnert seine Profis in die Pflicht: "Wir dürfen den Mut nicht verlieren, den müssen wir wieder hinbekommen. Wir brauchen keine Angst zu haben, wir können nur gewinnen am Ende."

Der Verbleib in der Bundesliga wäre ein Erfolg ähnlich zu dem im Vorjahr, als die Köpenicker sensationell erstmals aufstiegen. Damals habe niemand damit gerechnet - und vor der Saison sei das ähnlich gewesen, sagte Ruhnert. Doch die Eisernen starteten richtig gut und finden sich nun in einer ganz ungewohnten Rolle. Von hinten rückt die Konkurrenz immer näher. Gerade einmal vier Punkte trennen Union noch vom Relegationsrang. Erstmals seit dem zehnten Spieltag rutschten die Berliner unterhalb von Platz 13. Zusammen mit Frankfurt sind sie mit nun zehn Pleiten das auswärtsschwächste Team der Liga.

"Mit nur 25 guten Minuten nach der Pause kannst du kein Spiel gewinnen", monierte Trainer Urs Fischer nach der Partie. Schon während des Geisterspiels hatte der Schweizer immer wieder kopfschüttelnd auf der Bank gesessen. Seit dem 24. Februar, seit dem 2:1 bei Eintracht Frankfurt, gab es keinen Sieg mehr für die Köpenicker. "Das ist gerade nicht der spaßigste Teil der Saison", räumte Sebastian Andersson ein. Der Schwede hatte kurz nach der Pause immerhin das zwischenzeitliche 1:2 geköpft (49. Minute). Am Ende war das für die schwachen Gäste aber viel zu wenig.

Für Union läuft es nach der Corona-Zwangspause schlecht. "Wir müssen diese Fehler abstellen. Du machst es dem Gegner zu leicht, Tore zu erzielen. Das ist etwas, was wir lange Zeit nicht gemacht haben", sagte Ruhnert: "Daran müssen wir unbedingt arbeiten." Die Fehlersuche läuft, eine richtige Erklärung, warum wenig zusammenpasst, gibt es noch nicht. "Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft das abhakt, lernt und wieder einen neuen Anlauf unternimmt", sagte Ruhnert.

"Wir wussten im Vorhinein, dass es nicht leicht ist, in der Bundesliga zu bestehen", sagte Kapitän Christopher Trimmel: "Wir lassen uns nicht aus dem Konzept bringen, arbeiten weiter hart. Wir machen weiter, und speziell zu Hause müssen wir punkten."

Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch der Norweger Julian Ryerson schwer am rechten Knie und fällt für den Rest der Saison aus. In sechs bis acht Wochen soll der 22-Jährige wieder zur Verfügung stehen, eine Operation sei immerhin nicht notwendig.

Die einzige positive Nachricht des Wochenendes: Marius Bülter bleibt auch in der kommenden Saison - unabhängig von der Liga - bei den Berlinern. Union zog die im Leihvertrag mit dem 1. FC Magdeburg vereinbarte Option und verpflichtete den 27-Jährigen fest. In bislang 28 Bundesligaspielen gelangen Bülter sieben Treffer, das macht ihn derzeit zum zweitbesten Torschützen der Eisernen.

Noch mehr Tore soll es am besten schon am nächsten Sonntag (15.30 Uhr) geben, wenn der FC Schalke 04 ins Stadion An der Alten Försterei kommt. Die Königsblauen sind aktuell das formschwächste Team der Liga und seit elf Spielen sieglos. "Schalke hat mit Sicherheit nicht weniger Druck als Union", sagte Ruhnert und fasste die Situation seines Clubs knapp zusammen: "Wir können, andere müssen."

Quelle: DPA