Unions Parensen: Geisterspiele nicht schön, aber notwendig

Unions Verteidiger Michael Parensen. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild
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31. März 2020 - 16:10 Uhr

Fußball in leeren Stadien ohne Fans - für Michael Parensen vom Bundesligisten 1. FC Union Berlin sind Geisterspiele zwar keine Wunschlösung, aber wohl notwendig. "Vielleicht müssen in der ungewöhnlichen Zeit auch ungewöhnliche Maßnahmen getroffen werden", sagte der 33 Jahre alte Verteidiger in einer Skype-Schalte mit Journalisten am Dienstag. Wenn es dem Überleben der Vereine diene, müsse man es so machen und in diesen sauren Apfel beißen.

Der Spielbetrieb in den beiden höchsten deutschen Ligen bleibt wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens zum 30. April ausgesetzt. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga stimmte am Dienstag einem entsprechenden Antrag des DFL-Präsidiums zu. Ob der Spielbetrieb im Mai fortgesetzt werden kann, ist allerdings offen.

Vor allem für den Kopf sei es nicht einfach, mit der aktuellen Situation umzugehen, gab der erfahrene Parensen zu. Denn keiner wisse, wann die Saison genau weitergehe. "Du musst dir künstlich einen Zeitpunkt schaffen, auf den du hinarbeitest."

Die Zeit läuft auch ein bisschen gegen ihn selbst, denn am 30. Juni endet sein aktueller Vertrag beim Aufsteiger aus Köpenick. An einen Rücktritt denkt er trotzdem nicht. "Karriereende ist kein Thema für mich. Ich will weiter Fußballspielen", sagte der Union-Profi. Es fehle ihm jeden Tag sehr, nicht zum Training ins Stadion An der Alten Försterei fahren zu können. "Das ist das beste Indiz dafür, dass ich weiterspielen will."

Aufgrund der finanziellen Einbußen des Vereins durch die Corona-Krise hatte das Team der Lizenzspielerabteilung sich zu einem Gehaltsverzicht bereiterklärt. Führungskräfte und Mitarbeiter stimmten Kurzarbeitsregelungen zu, was ebenfalls verminderte Einnahmen bedeutet. "Es tut weh, absolut", gab Parensen offen zu. "Jedem, der mit einem festen Betrag am Ende des Monats rechnet und dann weniger zur Verfügung hat, dem fällt es schwer." Dennoch mache er es gerne, da es dem Verein helfe.

Bei Kurzarbeit übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. Bundesweit gibt es bereits einen Ansturm von Unternehmen auf das erweiterte Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise.

Quelle: DPA