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Union und SPD starten Sondierungsgespräche über Große Koalition - Keine Interviews zum Verhandlungsstand

Was von den Verhandlungen bisher durchgesickert ist
Was von den Verhandlungen bisher durchgesickert ist Sondierungsgespräche von Union und SPD 02:16

Parteispitzen wollen schnelle Einigung bei Sondierungsgesprächen

Hat eine Neuauflage der Großen Koalition eine Chance? Das vesuchen Union und SPD gerade bei ihren Sondierungsgesprächen zu klären. Am 11. Januar soll ein Ergebnis feststehen. Drei Monate nach der Bundestagswahl stehen die Parteien unter Druck. Wegen der vielen strittigen Themen ist aber ungewiss, ob die Gespräche erfolgreich sein werden. Zwischenergebnisse werden - wie vorher vereinbart - nicht bekannt gegeben. 

Bald Verhandlungen über eine Große Koalition?

Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Parteispitzen von CDU, CSU und SPD gesteckt haben. Innerhalb weniger Tage will man entscheiden, ob den Parteigremien formelle Koalitionsverhandlungen vorschlagen werden. "Wir werden sehr zügig, sehr intensiv arbeiten, das haben wir uns vorgenommen", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie sei sich jedoch auch bewusst, dass die Sondierungsgespräche ein "Riesenstück Arbeit" werden. In 14 Fachsondierungsgruppen sollen strittige Themen wie Finanzen, Bildung und innere Sicherheit besprochen werden. Das Thema Europa wird zur Chefsache der Parteichefs Angela Merkel, Horst Seehofer und Martin Schulz. Die Sondierungsgespräche finden abwechselnd in den Berliner Parteizentralen der Parteien statt.

"Ich glaube, wir werden das schaffen. Ich bin jedenfalls sehr zuversichtlich. Was wir jetzt brauchen, ist Disziplin, Mut und auch eine Portion Kreativität", verkündete CSU-Parteichef Horst Seehofer vor Beginn der Sondierungen. Gleichzeitig betonte er jedoch, das "eigene Profil nicht zu verwischen" zu wollen. Insbesondere in der Flüchtlingspolitik will die CSU konsequent für eine Obergrenze und gegen den Familiennachzug eintreten. Das hat die Partei bei ihrer Klausurtagung im oberbayerischen Kloster Seeon festgelegt.

Schulz: "SPD weiter ergebnisoffen"

Während der Gespräche soll es keine Wasserstandsmeldungen geben, die rund 50 Unterhändler haben vereinbart nicht mit Journalisten zu sprechen. Mit Spannung erwartet wird die Position der SPD. Parteichef Martin Schulz hat sich mit dem Chef der NRW-SPD, Michael Groschek, bewusst einen GroKo-Gegner ins Team geholt. Schulz betonte nochmals, "ergebnisoffen" in die Gespräche zu gehen. "Wir ziehen keine rote Linien, sondern wir wollen möglichst viel rote Politik in Deutschland durchsetzen", so Schulz. Verlaufen die Sondierungsgespräche positiv, bräuchte die SPD-Spitze für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen die Zustimmung eines Parteitags. Die SPD-Delegierten kommen am 21. Januar in Bonn zusammen.

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