Union und SPD besiegeln Koalitionsvertrag – SPD sackt in den Umfragewerten ab

12. März 2018 - 16:27 Uhr

SPD, CDU und CSU unterzeichnen Koalitionsvertrag

Fast ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl ist endlich alles besiegelt: Die Fraktionsspitzen von Union und SPD haben den Koalitionsvertrag unterzeichnet. Am 14. März soll Angela Merkel vom Bundestag zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt werden. Außerdem soll Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das neue Kabinett ernennen. Die Tinte unter dem Vertrag ist kaum getrocknet, schon verliert die SPD wieder an Zustimmung.

SPD sackt in Forsa-Umfrage auf 18 Prozent ab

Forsa-Umfrage zur politischen Stimmung

Angela Merkel, der kommissarische SPD-Vorsitzende Olaf Scholz und CSU-Chef Horst Seehofer trafen sich im Paul-Löbe-Haus des Bundestags, um das künftige Regierungsprogramm feierlich zu unterzeichnen. Auch SPD-Vorsitzende Andrea Nahles, CDU-Vorsitzender Volker Kauder, Alexander Dobrindt, Chef der CSU-Landesgruppe, und die Generalsekretäre Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Lars Klingbeil (SPD) und Andreas Scheuer (CSU) setzten ihre Unterschrift unter den Koalitionsvertag. Damit geht die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik zu Ende.

Vor allem der SPD stehen harte Zeiten bevor. In einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL sackten die Umfragewerte der Partei ab. Nur 18 Prozent würden die Sozialdemokraten wählen, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Im September hätten ihnen noch 20,5 Prozent der Wähler ihre Stimme gegeben. "Die verzögerte und bruchstückhafte Bekanntgabe der SPD-Minister sowie die Entscheidung, Gabriel nicht mehr für das Amt des Außenministers vorzusehen, haben das Vertrauen zur SPD wieder geschwächt", vermutet Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner als Gründe für diesen Abwärtstrend.

Andra Nahles ist bei den Wählern besonders unbeliebt

Nur sieben Prozent der Deutschen glauben, dass die SPD die Probleme in Deutschland lösen kann. Zum Vergleich: Der Union trauen das immerhin 26 Prozent der Befragten zu. Auch die SPD-Vorsitzende ist bei den Deutschen nicht sehr beliebt. Nur 12 Prozent würden Andrea Nahles zur Bundeskanzlerin wählen. Würde sich Olaf Scholz direkt von den Deutschen wählen lassen, bekäme er immerhin noch 23 Prozent der Stimmen. Beide hätten als SPD-Kandidaten aber keine Chance gegen Angela Merkel.

Auch die Union verlor im Vergleich zur letzten Woche einen Prozentpunkt in der Forsa-Umfrage und kommt nur noch auf 34 Prozent. Die AfD büßte ebenfalls Zustimmung ein. Grüne und Linke konnten sich jeweils um einen Prozentpunkt verbessern.