Union nach Polter-Degradierung: "Druck wird weiter zunehmen"

Berlins Sebastian Polter sitzt nachdenklich am Spielfeldrand. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild
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30. Mai 2020 - 15:20 Uhr

Urs Fischer hat seine Profis aufgefordert, sich im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga nicht nervös machen zu lassen und an die eigene Chance zu glauben. "Jede schwere Aufgabe ist auch eine lösbare Aufgabe. Wir brauchen einen sehr guten Tag und Gladbach nicht den besten", erklärte der Trainer des 1. FC Union Berlin vor dem Spiel der Eisernen am Sonntag (15.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach.

Der Aufsteiger wartet seit fast drei Monaten auf einen Sieg. "Wir sind im Abstiegskampf und der Druck wird weiter zunehmen", sagte Fischer. Das jüngste 1:1 gegen Mainz 05 trotz langer personeller Unterzahl aber macht Mut. "Wenn ich sehe, wie die Mannschaft gegen Mainz reagiert hat, werden wir die Aufgabe entsprechend angehen", erklärte vor dem Chefcoach zum Gladbach-Spiel.

Auch die Unruhe durch den Zoff um Sebastian Polter soll die Mannschaft nicht beeinflussen. Der Stürmer wehrte sich gegen die Vorwürfe der Union-Chefs, er habe sich in der Corona-Krise "unsolidarisch" verhalten. Der Verein blieb bei seiner Darstellung: "Die Vereinbarung über einen einheitlichen solidarischen Beitrag der Lizenzspielerabteilung wurde im Laufe der nachfolgenden Tage und Wochen vom Geschäftsführer Profifußball, allen Trainern, den Betreuern und Spielern unterzeichnet", hieß es in einer Erklärung des 1. FC Union. Einzig Polter habe nicht unterschrieben.

Polter verwies in einer Gegendarstellung darauf, dass im persönlichen Dialog mit Union keine Vereinbarung "die Zustimmung beider Seiten gefunden" habe. An der Situation, dass Polter bis zum Ablauf seines Vertrages zu Saisonende nicht mehr in der Bundesliga auflaufen wird, ändere daran nichts, betonte der Berliner Verein. Der Streit kommt zu einer schlechten Zeit. Der Punktevorsprung zur Abstiegszone ist geschmolzen.

Fischer fährt mit großem Respekt nach Mönchengladbach. "Die Mannschaft spielt eine tolle Saison und kämpft derzeit um einen der Champions-League-Plätze. Sie lassen den Ball gut zirkulieren und haben eine starke individuelle Qualität." Der Schweizer aber schloss auch an: "Wir können die andere Seite nicht beeinflussen, wollen aber an die Leistung gegen Mainz anknüpfen. Wir waren aktiv auf dem Feld, haben Lösungen kreiert, das Spiel und der gewonnene Punkt haben uns sehr gut getan und so werden wir die schwere Aufgabe angehen."

Nachdem Außenbahnspieler Christopher Lenz am Freitag wieder mit der Mannschaft trainieren konnte, "ist sein Einsatz zumindest nicht ausgeschlossen", heißt es in der Spielvorschau der Unioner. Mittelfeldspieler Robert Andrich ist nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Mainz in Gladbach gesperrt.

Quelle: DPA