Uni-Klinikum verschiebt jede dritte nicht dringliche OP

Ärzte operieren in einem Operationssaal einen Patienten. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild
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21. November 2020 - 9:12 Uhr

Wegen der gestiegenen Anzahl von Corona-Intensivpatienten verschiebt das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zurzeit rund 40 nicht dringend notwendige Operationen pro Tag. Das sei etwa jeder dritte Eingriff dieser Art, erklärte eine Sprecherin. Dabei gehe es etwa um Adipositasoperationen, die Behandlung von Leistenbrüchen, Kieferfehlstellungen oder um Operationen bei gutartigen Diagnosen wie zum Beispiel Schilddrüsenfunktionsstörungen. Auch ein Teil der ambulanten Termine müsse derzeit verschoben werden. "Das UKE reagiert damit auf die dynamische und ernstzunehmende Lage", erklärte die Sprecherin weiter.

Die Asklepios-Kliniken, die in ihren sieben Häusern rund 60 Prozent der Hamburger Corona-Patienten behandeln, haben bislang keine Regelung zur Verschiebung von Operationen getroffen. Allerdings hätten Patienten in wenigen Fällen von sich aus Eingriffe auf einen späteren Termin verlegen lassen. Ein Asklepios-Sprecher warnte davor, notwendige Behandlungen aufzuschieben: "Es ist ein Desaster, wenn die Patienten, die wirklich was Ernstes haben, nicht ins Krankenhaus gehen." Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr seien ein Drittel weniger Herznotfall-Patienten in die Asklepios-Kliniken gekommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das Verschieben von Operationen bedeutet für die Krankenhäuser auch Einnahmeausfälle. Der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE, Prof. Burkhard Göke, zeigte sich darum erfreut, dass mit dem am Mittwoch beschlossenen Bevölkerungsschutzgesetz die Pauschalen für Betten, die für Corona-Patienten freigehalten werden, wieder eingeführt werden.

Dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin zufolge waren am Freitag 586 von insgesamt 718 verfügbaren Intensivbetten in Hamburg belegt. 86 der Intensivpatienten - knapp 15 Prozent - wurden wegen Covid-19 behandelt.

Quelle: DPA