Uni-Kliniken: Planbare Eingriffe müssen verschoben werden

Die Sonne scheint auf das Hauptgebäude der Charité. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archiv
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09. Oktober 2020 - 10:30 Uhr

Die steigenden Corona-Zahlen zwingen die Berliner Charité dazu, planbare Eingriffe wie im Frühjahr wieder zu verschieben. "Wir müssen versuchen, die Intensivbetten für Covid-Patienten frei zu bekommen", sagte Vorstandsmitglied Ulrich Frei am Freitag in Berlin. Das sei keine leichte Aufgabe und führe zu schwierigen ethischen Fragen, etwa im Umgang mit Herz- und Tumorkranken.

Ähnlich äußerte sich der Chef des Uni-Klinikums Frankfurt, Jürgen Graf. Der Spätsommer habe in der Pandemie ein Gefühl der falschen Sicherheit gebracht, weil die Neuinfektionen seltener zu Erkrankungen geführt hätten. Jetzt müssten wieder mehr Patienten stationär aufgenommen werden. "Die Uni-Kliniken sind mit Sicherheit Frühwarnsysteme für das, was auf das Gesundheitssystem zukommt", sagte Graf.

Auf den Intensivstationen liegen nach Freis Angaben noch viele Patienten, deren Eingriffe und Untersuchungen nach der ersten Corona-Welle vom Frühjahr nachgeholt wurden. Zugleich fehlten Pflegekräfte.

"Ja, wir haben leerstehende Intensivbetten", sagte Frei. "Da stehen Beatmungsgeräte, da stehen Infusionspumpen, da stehen Monitore. Aber da steht keine Pflegekraft." Zum Mangel trage bei, dass die Zahl der infizierten Mitarbeiter deutlich steige und dass seit August wieder die höhere Mindestzahlen von Pflegekräften pro Bett gelten. Hier seien Regeländerungen notwendig.

Quelle: DPA