Unhaltbare Zustände in deutschen Schulen: Eltern und Schüler fühlen sich im Stich gelassen

24. April 2017 - 17:20 Uhr

An der Tagesordnung: Verschmutzung, Platzmangel und Lärm

Schulen, die vor sich hin bröckeln – das ist bundesweit ein Problem: Jede zweite Schule gilt nämlich als sanierungsbedürftig. Insgesamt 35 Milliarden Euro werden dafür benötigt. Unser Reporter Torsten Misler hat einige Schulen besucht, darunter auch die Gesamtschule Zossen-Dabendorf, 30 Kilometer südlich von Berlin. Hier lernen 900 Kinder und Jugendliche unter unzumutbaren Zuständen und in einem Gebäude, das einmal für eine Kapazität von 450 Schüler geplant war.

So macht Lernen kein Spaß!

Komplette Schulen, die marode sind und Städte, denen das Geld für Sanierungen fehlt: Das hört man mittlerweile oft. Dabei sprudeln in Deutschland die Steuereinnahmen und der Bund würde den Kommunen nur zu gerne das benötigte Geld für Schulen geben – doch das darf er nicht. Denn Schulgebäude sind, so steht es im Grundgesetz, immer Sache der Städte oder Landkreise. Auch der Zustand der Gesamtschule in Zossen-Dabendorf ist katastrophal und der Platzmangel ist nur ein Mangel von vielen. Das Dach ist undicht, Fenster werden nur noch von Klebeband gehalten und die Heizung funktioniert nicht. "Irgendein Baulärm ist immer da", erzählt ein Schüler. Seit Jahren verfällt das Schulgebäude und die Stadt zeigte bisher keinerlei finanzielle Hilfe, weil gleich in der Nähe eine neue Schule gebaut werden soll.

Gute Aussichten: endlich werden die ersten Mängel beseitigt

Oft haben Eltern und auch Schüler auf die Mängel in der alten Schule hingewiesen – es gab Demos, Unterschriftenlisten, Protestbriefe, aber kein Geld von der Stadt für die dringend benötigten Renovierungsarbeiten. Doch am Ende gibt es doch erfreuliche Nachrichten für Eltern und Schüler – 20.000 Euro wird die Stadt für Sofortmaßnahmen bereitstellen. Bald sollen in Zossen-Dabendorf erste Notarbeiten am und im Gebäude beginnen und somit geht es für Eltern und Schüler endlich wieder bergauf!

Was unser Reporter sonst noch erlebt hat, können Sie sich im Video anschauen.