Unglück am Mount Everest: Lawine reißt Bergsteiger in den Tod

20. April 2014 - 9:56 Uhr

Opfer arbeiteten für internationale Expedition

Bei einem Lawinenunglück am Mount Everest sind mindestens zwölf Menschen gestorben. Es ist das schwerste Unglück in der Geschichte des höchsten Bergs der Welt. Die Lawine habe die Bergsteiger oberhalb des Basislagers erfasst, sagte Dipendra Puodel vom Touristenministerium. Sie löste sich am Khumbu-Eisbruch, einer der gefährlichsten Stellen der ganzen Route. Dort brechen immer wieder riesige Eisblöcke ab.

Bei dem schwersten Bergsteiger-Unglück am Mount Everest kamen 12 Menschen ums Leben. Einige sind noch vermisst.
Es ist das bislang schwerste Unglück, das sich an dem 8.848 Meter hohen Berg ereignet hat.
© dpa, Narendra Shrestha

Neben den zwölf gestorbenen nepalesischen Bergsteigern, sind sieben weitere geborgen worden, einige von ihnen schwer verletzt. Weitere Menschen werden noch vermisst. Wie viele noch unter den Schneemassen bedeckt sind ist unklar. Nach dem Lawinenabgang suchten mehrere Helikopter die Unfallstelle ab. Sie brachten die Leichen und Verletzten in den Ort Solukhumbu. Auch zahlreiche Sherpas (Einheimische der Region), Polizisten und Soldaten suchten nach Überlebenden. Allerdings musste die Suche zeitweise wegen starkem Wind eingestellt werden. Laut Zeugenberichten musste aufgrund des Wetters sogar eine Leiche zurückgelassen werden.

Die meisten Opfer stammten aus der Region rund um den Mount Everest. Sie arbeiteten als Bergführer und Träger für internationale Expeditionen, die im Basislager auf 5.364 Metern auf den Anstieg warten. Die Nepalesen waren auf dem höchsten Berg der Welt auf dem Weg zum Camp 1, um dort für fünf große Expeditionen Zelte aufzubauen und Essen einzulagern.

Beste Zeit, den Bergriesen zu erklimmen

Im Frühjahr ist eigentlich die beste Zeit, um den 8.848 Metern hohen Berg zu erklimmen. Nach Angaben lokaler Medien hatte es in den vergangenen Tagen jedoch heftig geschneit. Laut der Zeitung 'Himalaya Times' sitzen fast 100 Bergsteiger und Träger oberhalb des Lawinenabgangs fest und können nicht absteigen.

Der Mount Everest wurde erstmals 1953 von Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay bestiegen. Seitdem standen mehr als 4.000 Menschen auf dem höchsten Punkt der Erde. Mehr als 400 starben an den Flanken des Everest. Das bislang schwerste Unglück ereignete sich 1996, als acht Bergsteiger in einem Schneesturm ums Leben kamen.