Dilda, Willibert und Co.

Das sind die ungewöhnlichsten Vornamen 2019

Beliebteste Vornamen 2019 - Illustration
© dpa, Fabian Strauch, fst kde

06. Januar 2020 - 14:44 Uhr

Langweilig kann jeder, haben sich viele Eltern wohl gedacht

Viele Eltern mochten es klassisch, was den Vornamen ihres Kindes anging. So sind Ben und Emma wieder unter den beliebtesten Namen in 2019. Manche Eltern haben sich aber auch besonders viele Gedanken um einen kreativen Vorschlag gemacht. Wir haben die ungewöhnlichsten Kreationen zusammengefasst.

Klima-Aktivistin schreckt wohl viele Eltern ab

2019 machte die schwedische Klima-Aktivistin Greta viele Schlagzeilen. In die Top 10 der beliebtesten deutschen Namen schafft sie es aber überraschend nicht. "Da war ich ja sehr gespannt darauf und habe den auch zum Vornamen des Jahres ernannt und bin jetzt ein bisschen enttäuscht", sagte Namensforscher Knut Bielefeld der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Er gehe davon aus, dass sich manche Eltern von dem Hype um Greta abschrecken ließen und wieder andere den Namen eigens wegen des berühmten Vorbilds gewählt haben. "Es scheint sich alles ausbalanciert zu haben." Einen kleinen Siegeszug kann Greta aber doch für sich verbuchen: "Bei den zweiten Vornamen hat Greta tatsächlich einen Sprung gemacht - ungefähr zehn Plätze." 2018 lag der Name etwa auf Platz 70.​

Viele Eltern wollen ungewöhnliche Namen

Knut Bielefeld schaut bei seiner Auswertung auch auf die ungewöhnlichsten Namen. Im Jahr 2019 waren ihm dabei vor allem folgende Namen aufgefallen.

Bei den Mädchen: 

  • Aureliana
  • Axella
  • Dilda
  • Lieschen
  • Shyanne

Bei den Jungen:

  • Achill
  • Aureliano
  • Ektor
  • Willibert
  • Duda

"Bei Duda habe ich auch gestaunt. Es ist eine portugiesische Koseform von Edouard. Kindergartenkinder sind ja eigentlich unverkrampft, was Namen angeht. Aber bei so einem offensichtlichen lustigen Namen (wie Duda), da wird das Kind das dann nicht leicht haben", so Bielefeld.

Das sind aber bei weitem nicht die einzigen ungewöhnlichen Vornamen. Deutsche Standesämter haben unter anderem auch Vornamen wie Bombastus und Batikan genehmigt.

Das sind die beliebtesten Vornamen 2019:

An der Spitze des Rankings für die beliebtesten ersten Vornamen im Jahr 2019 liegen nach wie vor die Namen Emma und Ben. Ben landet damit bereits zum neunten Mal in Folge auf Platz 1, Emma zum vierten Mal seit 2014. "Ben hat auch einen Riesenvorsprung gehabt auf die weiteren. Bei den Mädchen war das doch knapper. Und Emilia und Hannah folgen ziemlich dicht darauf. Da kann ich mir vorstellen, dass es da nächstes Jahr einen Wechsel gibt", sagte Bielefeld.

"Gerade auch kurze Namen sind sehr beliebt seit Jahren und und werden auch immer beliebter und da ist Ben ein Musterbeispiel", erklärt Bielefeld.

Bei den Zweitnamen griffen Eltern der repräsentativen Stichprobe Bielefelds zufolge vor allem auf Sophie/Sofie, Marie und Maria sowie auf Alexander, Elias und Maximilian zurück. Den größten Aufwärtstrend sieht Bielefeld bei den Namen Frieda und Ella sowie Matteo und Emil.

Große regionale Unterschiede

Dort würden Eltern immer wieder auch Namen für ihre Babys wählen, die woanders längst aus der Mode seien. "Wie Andreas oder Michael. Die waren eben vor 50 Jahren populär, sind fast überall ausgestorben. Aber die werden in Bayern nach wie vor vergeben." Zudem kämen typisch bayerische Namen wie Xaver, Korbinian und Veronika fast ausschließlich in Bayern vor. Eine weitere Besonderheit sei, dass der Name Kurt in Sachsen überraschenderweise sehr populär sei. "Der taucht woanders gar nicht nennenswert auf. Aber in Sachsen gehört er zu den häufigsten Namen."

Und der Name Fiete sei vor ein paar Jahren in Mecklenburg-Vorpommern aufgetaucht und habe sich bereits in ganz Norddeutschland etabliert. "Er wird sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren auf den Weg nach Süden machen." Generell sei es oft so, dass Modenamen zuerst in Norddeutschland auftauchten und sich dann nach Süddeutschland durchsetzten.

Promis 2019 keine Inspiration

Ansonsten haben gesellschaftliche Ereignisse oder berühmte Menschen zwar hie und da Einfluss auf die Namensliste. "Das spielt immer eine Rolle." In diesem Jahr seien aber weder Archie (Sohn von Prinz Harry und seiner Frau Meghan), noch Rezo (Youtuber mit blauen Haaren), Eilish (bekannte amerikanische Sängerin) oder Malaika (deutsche Weitsprungweltmeisterin) Modenamen geworden. "Und ich glaube auch nicht, dass sie durchstarten werden."

Für die Statistik hat der studierte Wirtschaftsinformatiker Bielefeld mit seinen Helfern die Angaben von Geburtskliniken und Standesämtern ausgewertet. Insgesamt stützt er sich eigenen Angaben zufolge auf 592 verschiedene Quellen aus 466 Städten. Für das Jahr 2019 hat er so 177.570 Geburtsmeldungen aus ganz Deutschland erfasst und ausgewertet. Das entspricht etwa 23 Prozent aller im Jahr 2019 geborenen Kinder. 2018 wurden 787.500 Kinder geboren. Die Zahl der geborenen Kinder für 2019 liegt noch nicht vor.

Quelle: DPA/ RTL.de