Ungewöhnliche Rache-Aktion: Mutter von Bandenchef als Geisel genommen

Symbolbild: Noch immer sitzen die gefangenen Geiseln fest
Symbolbild: Noch immer sitzen die gefangenen Geiseln fest
© picture-alliance / u78/ZUMA Pres, u78, Pedro Robles rh

14. Dezember 2016 - 14:27 Uhr

Aus Verzweiflung: Selbstjustiz im Süden Mexikos

Bewaffnete Kidnapper treiben im mexikanischen Bundesstaat Guerrero ihr Unwesen. Im November verschleppten Mitglieder der Verbrecherbande Los Tequileros zwölf bis 14 Menschen, darunter auch Minderjährige. Das berichtet das Magazin 'Spiegel'. Bisher seien lediglich fünf Entführten wieder aufgetaucht. Der Aufenthaltsort der verbliebenen Geiseln sei unklar. Doch um auch diese zu befreien, sollen deren Angehörige nun 24 Menschen aus Kreisen der Entführer-Bande eigenmächtig festgenommen haben - darunter wohl auch die Mutter des Anführers.

Angehörige fordern Geiseln zurück

Nach der Geiselnahme hätten die Täter in einigen Fällen Kontakt zu den Familien der Opfer aufgenommen und Lösegeld gefordert. Bisher konnten allerdings erst fünf der Festgenommenen befreit werden.

Unter den weiterhin Vermissten ist auch ein Ingenieur aus San Miguel Totoloapan im Südwesten des Landes. Gemeinsam mit weiteren Angehörigen der Opfer soll dessen Frau nun 24 Menschen festgenommen haben, die sie wiederum jetzt als Geiseln gefangen halten. Darunter soll auch die Mutter des Bandenanführers sein. Die verzweifelten Verwandten der Opfer wollen so ihre Bekannten wieder zurückfordern - im Tausch gegen die nun Festgehaltenen.