Ungeliebtes E10: EU-Kommission will strengere Auflagen

17. Oktober 2012 - 13:28 Uhr

Enttäuschende Öko-Bilanz

Dem in Deutschland so unbeliebten Bio-Sprit E10 geht es an den Kragen: Auch die EU-Kommission zweifelt inzwischen am ökologischen Sinn des Bio-Treibstoffs.

E10
Die deutschen Autofahrer haben sich für den Bio-Sprit an der Tankstelle nie wirklich begeistert - trotz Preisvorteil.
© dpa, Daniel Karmann

Die deutschen Autofahrer haben sich für den Bio-Sprit an der Tankstelle nie wirklich begeistert - trotz Preisvorteil. Und auch Brüssel hegt immer größere Zweifel an dem Kraftstoff, der vor Jahren noch als viel versprechende grüne Alternative gefeiert wurde. Denn die Ökobilanz fällt weitaus schlechter aus als damals gedacht. Die EU-Kommission begrenzt den Anteil von Getreide am Bio-Sprit, kommt aber den Herstellern von Bio-Diesel entgegen. Anders als zunächst geplant darf die Industrie weiter die Verwendung von Raps- und Sojaöl als klimaschonend geltend machen.

Mais und Getreide unbezahlbar

Umweltschützer sind nicht zufrieden. "Hinter dem Bio-Sprit steckt die Strategie der Mineralölindustrie, sich neue Absatzwege zu öffnen und dies mit Klimapolitik zu verkaufen", meint Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender. Doch die Klimabilanz ist keineswegs positiv: Denn für den Anbau von Bio-Sprit-Pflanzen fallen immer mehr Wälder weg. In armen Ländern werden Mais und Getreide unbezahlbar.

Ein Ausweg könnten Kraftstoffe sein, die aus Algen, Abfall oder Stroh hergestellt werden. Die Vorschläge der EU-Kommission müssen aber noch vom EU-Parlament und den Mitgliedstaaten abgesegnet werden.