Ungarn demonstrieren gegen Sparpläne

15. Februar 2016 - 10:28 Uhr

Unter dem Motto "Revolution der Clowns" haben tausende Ungarn gegen Sparpläne der Regierung demonstriert. Einige der Polizisten, Ordnungskräfte und Katastrophenschützer gingen sogar geschminkt und verkleidet auf die Straße, nachdem der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban die Gewerkschafter während der Verhandlungen als "Clowns" bezeichnet hatte.

Für Unmut sorgen in Ungarn vor allem Pläne der Regierung, wonach Polizisten nicht mehr so früh in Rente gehen können wie heute und sogar derzeitige Frührentner wieder zur Arbeit verpflichtet werden sollen. Diese rückwirkende Regelung ermöglicht eine jüngst erfolgte Verfassungsänderung.

Orban hatte zuvor die Staatsverschuldung, die etwa 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht, zum größten politischen «Feind» erklärt. Als ein hauptsächlicher Kostenverursacher gilt die hohe Zahl der Früh- und Krankenrentner aus dem öffentlichen Dienst. Die Polizisten-Laufbahn war in Ungarn für viele überhaupt nur attraktiv, weil sie einen frühen Eintritt in den Rentnerstatus ermöglichte.