Tödlicher Lärmschutz: ADAC-Fachmann erklärt, warum die Tragödie nicht hätte passieren dürfen!

Frau (66) tot: Tonnenschwere Lärmschutzwand stürzt auf Autobahn 3 und begräbt Auto unter sich

16. November 2020 - 11:00 Uhr

Lärmschutzwand löst sich auf A3 bei Köln-Dellbrück - Autofahrerin sofort tot

Es ist der blanke Horror: Eine fünf Tonnen schwere Lärmschutzwand löst sich und stürzt auf die Autobahn 3 bei Köln. In genau dem Augenblick, in dem eine Frau mit ihrem VW Polo vorbeifährt. Die Betonplatte begräbt den Kleinwagen der Frau (66) – sie ist sofort tot! Augenzeugen und Ersthelfer stehen unter Schock! Wie konnte es zu der Tragödie kommen? Im Video sehen Sie den Einsatz der Feuerwehr. Ein ADAC-Experte erklärt außerdem, warum das Unglück niemals hätte passieren dürfen. Er fordert eine schnelle Aufklärung der Unfallursache.

Polizei und Feuerwehr sperren die Autobahn 3 bei Köln-Dellbrück

Die Lärmschutzwand hatte sich aus der Verankerung gelöst und war auf den VW Polo der Frau gefallen.
Ein Kran hebt die tonnenschwere Platte vom VW Polo. Die Fahrerin hatte keine Überlebenschance.
© RTL, Sebastian Reddig

Das Unglück ereignete sich am Freitag gegen 10:15 Uhr auf der viel befahrenen A3 bei Köln-Dellbrück (Fahrtrichtung Frankfurt nach Oberhausen). Das Foto zeigt, dass die Fahrerin aus Köln keine Überlebenschance hatte. Die Betonplatte hat die die Autofahrerin einfach erschlagen. Am Nachmittag wurde die A3 teilweise wieder freigegeben, die rechten Fahrspuren entlang der Lärmschutzwände blieben aber in beide Richtungen gesperrt – auf einer Länge von 2 Kilometern. "Das ist notwendig wegen der Prüfung der Lärmschutzwände", sagte ein Sprecher des Landesbetriebs "Straßen NRW". Die Wände stammten von ungefähr 2007, seien also noch nicht so alt. Wie es zu dem Unglück habe kommen können, wisse man noch nicht.

Verkehrsbetrieb "Straßen NRW" betont: Die Wände werden sowieso regelmäßig überprüft

13.11.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Absperrfahrzeuge stehen nach einem tödlichen Unfall auf der Autobahn 3 (A3) an der Anschlussstelle Köln-Dellbrück und sperren die beiden rechten Fahrbahnen ab. (zu dpa «Betonteil kracht auf Autobahn auf Wagen -
Nach dem Unglück bleibt die rechte Spur gesperrt. Die Straßenmeisterei will erst alle Betonteile der Lärmschutzwand prüfen.
© dpa, Oliver Berg, obe gfh

"Unsere Lärmschutzwände werden im Rahmen der Sichtprüfung von den Meistereien natürlich überprüft", sagte der Sprecher. Das geschehe unabhängig von dem tragischen Unglück am Freitag. "Seien Sie sicher, dass wir da jetzt noch einmal ein Augenmerk drauf richten." Niemand müsse Bedenken haben, an der Stelle über die Autobahn zu fahren, weil die rechten Fahrspuren ja gesperrt seien. Zurück bleibt nach diesem furchtbaren Unglück die fassungslose Familie der 66-jährigen Autofahrerin. Ihr kann im Augenblick niemand erklären, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte.

Allein in NRW: Lärmschutzwände auf 1.000 Kilometern Länge

Lärmschutzwände gibt es an nahezu jeder Autobahn in Deutschland – in Nordrhein-Westfalen allein sind an rund 1000 Kilometern Autobahnen und Bundesstraßen Lärmschutzwände unterschiedlichster Bauweise verbaut. Wie gefährlich sind sie? Das soll in der kommenden Woche von der Landesregierung im Verkehrsausschuss des Landtags in einer Aktuellen Viertelstunde thematisiert werden.