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Unfall in Luttach (Südtirol): Stefan L. versuchte laut Anwalt ein Opfer wiederzubeleben

Alessandro Tonon im RTL-Interview

Anwalt des Unfallfahrers von Südtirol: „Er hat versucht, einen Jugendlichen wiederzubeleben“

„Er versuchte, einen Jugendlichen wiederzubeleben" Anwalt des Unfallfahrers von Südtirol
01:28 min
Anwalt des Unfallfahrers von Südtirol
„Er versuchte, einen Jugendlichen wiederzubeleben"

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Luttach: Stefan L. fuhr sieben Deutsche tot

Zweimal hat Pflichtverteidiger Alessandro Tonon mit Unfallfahrer Stefan L. über den Crash gesprochen , durch den sieben deutsche Ski-Urlauber starben. „Ich habe versucht mit ihm zu reden, aber er war total unter Schock“, erklärt Tonon im RTL-Interview. Es tue seinem Mandanten wirklich leid, betont der Anwalt. Was er über die Minuten nach dem Unfall von Stefan L. weiß: „Er hat versucht einen Jugendlichen wiederzubeleben.“ Wie der betrunkene Fahrer reagierte, als die italienische Polizei am Unfallort eintraf, erklärt Anwalt Tonon im Video.

Das sagt Stefan L.'s Anwalt zur möglichen Selbstmordgefahr

Stefan L. war in die Gruppe junger Skitouristen gerast. Dabei starben zunächst sechs Menschen um die 20 Jahre, weitere zehn wurden verletzt. Eine Frau aus Deutschland erlag am Montag in einem Krankenhaus in Innsbruck ihren schweren Verletzungen. Stefan L. sei schockiert gewesen, als er von den Todesopfern erfahren habe, so sein Anwalt.

„Es gibt eine Gefahr, dass er einen Selbstmordakt durchführt“, sagte Tonon im RTL-Interview. Die Priorität liege daher darauf, ihn zu beruhigen. „Ich will nicht, dass er Dummheiten im Gefängnis macht“, sagte der Pflichtverteidiger. Der 27-Jährige sitzt seit Montag in Bozen im Gefängnis. Am Mittwoch wird ein Richter entscheiden, ob der Südtiroler in Untersuchungshaft bleibt.

Verteidiger: Stefan L. „hat nicht gedacht, dass er so hohe Werte im Blut haben könnte“

Stefan L, raste in Südtirol betrunken in eine Gruppe junger Menschen.
Stefan L. sitzt zurzeit in Bozen im Gefängnis

Die Behörden stellten bei Stefan L. fast zwei Promille Alkohol fest. Sein Mandant bestreite weder am Unfall schuld zu sein, noch Alkohol getrunken zu haben, erklärt der Anwalt. „Er hat nicht gedacht, dass er so hohe Werte im Blut haben könnte“, habe der Unfallfahrer ihm erklärt, so Tonon weiter.

Stefan L. drohen bis zu 18 Jahre Haftstrafe. Das liegt unter anderem an der Schwere des Unglücks, aber auch an verschärften italienischen Gesetzen bei Unfällen unter Alkoholeinfluss. Strafmildernd könnte sich jedoch auswirken, wenn der Angeklagte auch vor Gericht seine Schuld eingesteht und Reue zeigt. Die Ermittler gehen bei dem Unfall auch von zu schnellem Fahren aus.