Unfall beim Langlauf in der Schweiz: Kanzlerin Merkel verletzt

07. Januar 2014 - 19:10 Uhr

Merkel stürzte bei "niedriger Geschwindigkeit"

Kanzlerin Angela Merkel hat sich im Dezember im Skiurlaub in der Schweiz beim Langlauf verletzt. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilte, habe sich die CDU-Politikerin in den Weihnachtsferien in St. Moritz im Engadin einen Bruch des Beckenrings zugezogen und müsse die nächste Zeit kürzer treten.

Bei "niedriger Geschwindigkeit"
Merkel im Skiurlaub in St. Moritz im Dezember.
© Splash News

In den nächsten drei Wochen müsste sie mehrere Termine und Reisen absagen, so Seibert, der wörtlich mitteilte: "Sie ist hingefallen. Beim Langlauf. Wir gehen von niedriger Geschwindigkeit aus."

Merkel solle drei Wochen lang "viel liegen", um die Verletzung auszukurieren. Termine außerhalb Berlins und einige öffentliche Termine in der Hauptstadt wurden abgesagt. Betroffen sind laut Seibert in dieser Woche etwa der geplante Besuch in Polen sowie der Antrittsbesuch des luxemburgischen Ministerpräsidenten in Berlin. Die CDU hat ihre für diesen Freitag und Samstag geplante Vorstandsklausur im thüringischen Erfurt abgesagt.

Kanzlerin ist "handlungsfähig"

Merkel sei als Kanzlerin aber "bei der Arbeit und "handlungsfähig und kommunikationsfähig", sagte Seibert. Die Kabinettssitzung am Mittwoch werde sie leiten. Den Großteil der Arbeit will die 59-Jährige die nächste Zeit aber von zu Hause aus erledigen. Ins Krankenhaus muss sie nicht.

Den Angaben zufolge stürzte Merkel beim Langlauf im Engadin und ging zunächst von einer Prellung aus. Am Freitag habe sie dann einen Arzt aufgesucht, der eine sogenannte Infraktion festgestellt habe. Es handele sich um einen Anbruch am linken hinteren Beckenknochen.

Glück im Unglück: Eine solche Verletzung verheilt meist ohne Langzeitfolgen. "Die Brüche sind in einem Bereich, in dem viel weicher Knochen ist, der schnell verheilen kann", erklärte Julia Seifert, Vizepräsidentin des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen. Obwohl die Verletzung zwei bis vier Wochen lang sehr unangenehm sei, sollten Patienten nicht zu lange ausschließlich liegen: "Bewegung ist wichtig für den Kreislauf und gegen Thrombose, die Verstopfung der Beinvenen", so Unfallchirurgin Seifert.

In ihrer bisherigen Amtszeit war Merkel von längeren Ausfällen verschont geblieben. Im April 2011 musste sie am Knie operiert werden. Grund war ein Riss am Innenmeniskus, daraufhin musste sie einige Tagen Krücken benutzen.