2019 M02 8 - 15:50 Uhr

Gaffer verursachten "Beinahe-Unfälle"

Bei einem Unfall auf der A1 Richtung Bremen konnten sich viele Verkehrsteilnehmer, insbesondere LKW-Fahrer, nicht zurückhalten und holten auf der Gegenfahrbahn ihre Smartphones raus. Sie machten Fotos davon, wie die Rettungskräfte mit der Befreiung und Versorgung der Eingeklemmten und Verletzten beschäftigt waren. Die Polizei hat rund 50 Unfallgaffer fotografisch festgehalten und prangert das Verhalten in einer Pressemitteilung an.

Schwerverletzte Unfallbeteiligte wurden einfach fotografiert

Die Polizei hat rund 50 Unfallgaffer fotografisch festgehalten.
Die Polizei hat rund 50 Unfallgaffer fotografisch festgehalten.
© Polizei

"Leider spielten sich auf der Gegenfahrbahn wieder unglaubliche Szenen ab", berichtet die Polizei. Viele Fahrer versuchten die schwerverletzten Unfallbeteiligten in ihrer hilflosen Lage zu fotografieren. Durch dieses rücksichtslose Verhalten der Gaffer kam es auf der Gegenfahrbahn zu "Beinahe-Unfällen", die nur durch andere Verkehrsteilnehmer in letzter Sekunde verhindert werden konnten.

Die Gaffer fuhren während ihrer Aufnahmen selbst im Blindflug über die Autobahn. Erst als die Helfer einen Sichtschutzzaun aufstellten, hatte das Fotografieren ein Ende. Die Gaffer erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro, ein Monat Fahrverbot und einen Punkt in Flensburg.

Die Gaffer fuhren während ihrer Aufnahmen selbst im Blindflug über die Autobahn.
Die Gaffer fuhren während ihrer Aufnahmen selbst im Blindflug über die Autobahn.
© Polizei

Beim Überholen krachte ein Lkw in ein anderes Fahrzeug

Bei dem Unfall auf der A1 bei Unna waren am Donnerstag vier Lkw beteiligt. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, eine Person leicht. Offenbar überholte der Fahrer eines Sattelzuges mehrere Lkw, die schon fast zum Stillstand gekommen waren. Als der überholende Fahrer sich wieder auf dem rechten Fahrstreifen einsortieren wollte, übersah er einen anderen Lkw. Beide Fahrzeuge krachten zusammen. Dabei wurden die Anhänger gegen andere Sattelzüge geschoben,

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 170.000 Euro. Zeitweise bildete sich ein über 20 Kilometer langer Stau. Die Polizei Dortmund beschreibt die veröffentlichten Bilder der Gaffer als "kleine Auswahl aus dem Panoptikum der Sinnlosigkeit".

Feuerwehr dreht emotionales Video gegen Gaffer

Die Foto-Veröffentlichungen der Dortmunder Polizei reihen sich in eine lange Liste von Aktionen bei Polizei und Feuerwehr, die gegen Gaffer mobiliseren. So auch dieses Video der Osnabrücker Feuerwehr mit einem Video-Team.