Undercover auf einer islamischen Mode-Messe: Shoppen - und Spenden für eine salafistische Hilfsorganisation

11. Mai 2017 - 11:31 Uhr

Hinweise auf salafistische Aktivitäten

Hätten Sie gewusst, dass es für islamische Kleidung - wie Burka, Niqab, oder Hijab - Mode-Messen gibt? In Frankfurt hat jetzt der Hijabi Fashion Day stattgefunden. Weil es Hinweise gibt, dass dort auch Salafisten aktiv sind, hat sich unsere Reporterin mit versteckter Kamera umgeschaut und festgestellt, dass es wirklich nicht nur um Mode geht.

Veranstalterin ist die Tochter eines bekannten Salafisten-Predigers

Hip und jung  - so wird der 'Hijabi Fashion Day' im Netz verkauft. Organisiert wird die Modemesse allerdings von der Tochter einer der bekanntesten Salafisten-Prediger Deutschlands: Abdellatif Rouali. Mit versteckter Kamera sprechen wir mit Ausstellerinnen über ihre Haltung zur Verschleierung.

Rund 10.000 Salafisten gibt es deutschlandweit

"Wenn man seinem Mann das gibt, was er von einem verlangt - und sein Recht ist auch, dass seine Frau sich verhüllt, damit andere Männer sie draußen nicht sehen - dann ist das eine gute Tat, die du vollbringst", sagt eine Frau.

Aussagen, die typisch für eine radikale und rückwärtsgewandte Auslegung des Islams sind - wie im Salafismus. Rund 10.000 Salafisten gibt es deutschlandweit, schätzt das Bundesamt für Verfassungsschutz. Darunter auch einige Frauen.

"Diese Frauen halten die Ideologie aufrecht wie die Männer", sagt Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter. "Sie erziehen die Kinder, die nächste Generation von Salafisten. Sie machen Unterstützungsarbeit für die Männer, ohne wäre vieles gar nicht möglich."

Modemesse die perfekte Tarnung

Messe
Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter warnt davor, die Rolle der Frau in der Salafistenszene zu unterschätzen.

Dass es bei der Messe um mehr geht, als um Mode, zeigen Spendenboxen für eine salafistische Hilfsorganisation. Als wir die Veranstalterin mit dem Vorwurf konfrontieren, versteckt sie sich auf der Messe und schickt eine Freundin vor.

Harmlos sei die Veranstaltung keinesfalls, warnt Salafismus-Expertin Sigrid Herrmann-Marschall. "Die Gefahr ist tatsächlich diese niedrige Eintrittschwelle und dieses sehr gemischte Bild, das auch problematische Personen verschwimmen lässt", sagt sie.

So können Musliminnen schnell mit radikaleren Glaubensschwestern in Kontakt kommen - denn für sie ist die Modemesse die perfekte Tarnung.