Unbewaffneter Daniel Shaver (26) von einem Polizisten erschossen – Witwe kämpft für Gerechtigkeit

12. Dezember 2017 - 19:49 Uhr

Witwe Laney will Gerechtigkeit

"Er war mein bester Freund. Die Liebe meines Lebens" – in einem herzzerreißenden Aufruf bittet die Witwe von Daniel Shaver um Spenden. Sie kämpft für Gerechtigkeit für ihren Mann. Der 26-Jährige wurde am 18. Januar 2016 bei einem Polizeieinsatz erschossen, obwohl er unbewaffnet war.

Daniel Shaver hatte seine Arbeitsausrüstung dabei

Der Schütze – ein 27-jähriger Polizist aus Mesa im US-Bundesstaat Arizona – wurde von einem Geschworenengericht freigesprochen. Doch damit kann sich Laney nicht zufrieden geben. Sie und ihre beiden kleinen Töchter müssen für immer ohne Daniel Shaver leben. Auch wenn das Gericht anders entschieden hat – für die Familie ist klar: Der 26-Jährige wurde regelrecht hingerichtet.

Der Familienvater, der für eine Schädlingsbekämpfungsfirma arbeitete, war gerade dienstlich in Mesa. Dafür hatte er auch seine Ausrüstung dabei, erklärt seine Frau auf der Crowdfunding-Plattform 'gofundme.com'. Im Hotel lernte er dann einen Mann und eine Frau kennen. Die drei trafen sich in Daniels Hotelzimmer und tranken gemeinsam etwas.

Für die Witwe war es eine "Exekution" durch den Polizisten

Dann nahm das Unheil seinen Lauf. Die Frau sprach den 26-Jährigen auf den Koffer mit seiner Schädlingsbekämpfungsausrüstung an. Daniel öffnete den Koffer und führte den beiden seine Luftgewehre vor, erzählt die Witwe in ihrem Spendenaufruf. Das sahen wiederum andere Hotelgäste und verständigten die Polizei, weil es für sie aussah, als würde ein Mann mit einem Gewehr im fünften Stock des Hotels hantieren.

Die Aufnahmen einer Bodycam eines Polizisten zeigen, was dann passierte. Das Video ist nur schwer zu ertragen: Daniel kniet mit erhobenen Händen auf dem Boden und fleht den Polizisten weinend an, ihn nicht zu erschießen. Doch die Situation eskaliert, am Ende fallen Schüsse. Für die Witwe ist es nicht nachvollziehbar, dass das Videomaterial der Bodycam erst nach dem Prozess gegen den Polizisten veröffentlicht wurde. "Sehen Sie sich das Video von dieser Exekution an und erklären Sie mir, wie gerechtfertigt das war", schreibt sie wütend auf Facebook.

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Welle der Solidarität für Daniel Shavers junge Familie

So wie der Witwe geht es vielen, die das Video ansehen. Tausende solidarisieren sich mit der jungen Familie. Die Facebookseite 'Justice For Daniel Shaver' hat inzwischen schon über 30.000 Fans. Bei der Crowdfunding-Kampagne kamen mehr als 62.000 Euro zusammen, um den Kampf für Gerechtigkeit fortzusetzen. Und auch die beiden Töchter, Natalie und Emery, wurden kurz vor Weihnachten mit Geschenken überschüttet. Zahlreiche Fremde wollten den beiden Mädchen etwas Gutes tun und schickten ihnen Geld für Weihnachtsgeschenke. Inzwischen kam so viel zusammen, dass die Familie sogar noch anderen bedürftigen Kindern helfen kann.