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Unaids warnt: Deutlicher HIV-Anstieg in fast 50 Ländern – Beratungen bei Welt-Aids-Konferenz

Welt-Aids-Konferenz berät über Eindämmung von Aids
Welt-Aids-Konferenz berät über Eindämmung von Aids Rückschlag beim Kampf gegen Aids 00:26

Rückschläge beim Kampf gegen Aids

Es sind alarmierende Zahlen von Unaids-Chef Michel Sidibé: In fast 50 Ländern nimmt die Zahl der HIV-Neuinfektionen zu. Wissenschaftler, Aktivisten, Patienten und Politiker beraten diese Woche in Amsterdam bei der Welt-Aids-Konferenz über Wege, die weltweite HIV-Epidemie einzudämmen. Ein Lichtblick: In Afrika gibt es Fortschritte.

Lichtblick: HIV-Neuinfektionen in Teilen Afrikas gehen zurück

Michel Sidibé, Chef von Unaids, dem UN-Programms gegen Aids.
Michel Sidibé ist Chef von Unaids, dem UN-Programms gegen Aids. © REUTERS, Denis Balibouse, FW1F/Alison Williams

Einige Ziele bleiben unerreicht: Ursprünglich hatte sich das UN-Programm gegen Aids (Unaids) im Jahr 2014 vorgenommen, die Ausbreitung des HI-Virus bis 2030 zu beenden. Doch das Ziel rückt in weite Ferne: "Wir läuten die Alarmglocken", sagte Unaids-Chef Michel Sidibé vor wenigen Tagen. Die Zahl der jährlichen Neuinfektionen in Osteuropa und Zentralasien hat sich verdoppelt.

Eine positive Entwicklung gibt es dennoch: "Der Rückgang bei Neuinfektionen war am deutlichsten in der am stärksten von HIV beeinflussten Region, dem östlichen und südlichen Afrika, wo neue HIV-Infektionen seit 2010 um 30 Prozent zurückgingen", betont Unaids.

Vorhaben scheitern

Knapp 37 Millionen Menschen sind derzeit mit dem HI-Virus infiziert, die meisten davon in Afrika. Fast 60 Prozent von ihnen seien derzeit in Behandlung, schreibt Unaids. Jedes Jahr sterben knapp eine Million Menschen an Aids. Dabei erscheint das Ziel, die Zahl der Todesfälle bis 2020 auf unter 500.000 zu senken, weit entfernt. 2017 gab es nach Angaben von Unaids 1,8 Millionen Neuinfektionen. Das eigentliche Etappenziel hingegen ist, nur 500.000 Neuinfektionen bis 2020 zu verzeichnen – unerreichbar.

Als Grund für den Rückschlag sieht Sidibé auch finanzielle Gründe. Die geschätzte Finanzierungslücke belaufe sich 2020 auf 7 Milliarden Dollar.

22. Welt-Aids-Konferenz berät zum Thema

Die bis Freitag dauernde 22. Welt-Aids-Konferenz steht in diesem Jahr unter dem Motto "Barrieren durchbrechen, Brücken bauen". Dabei sollen nicht nur neue Therapien diskutiert und wissenschaftliche Neuheiten vorgestellt werden, sondern es geht auch um grundlegende Rechte der Patienten – etwa die Frage, wie besonders gefährdete Gruppen überall auf der Welt Zugang zu Tests und Therapien erhalten können.

Promis im Kampf gegen Aids

In Amsterdam wollen zahlreiche Prominente den Kampf gegen Aids unterstützen und sich gegen die Stigmatisierung von Infizierten einsetzen. Erwartet werden etwa der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, der britische Prinz Harry, Poplegende Sir Elton John und der österreichische Künstler Conchita Wurst.


Quelle: DPA/RTL.de

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