Unabhängigkeit Kataloniens: Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern spitzt sich zu

01. Oktober 2017 - 12:43 Uhr

Loslösung hätte weitreichende Folgen

Was kommt da auf Spanien zu? Steht unser beliebtes Urlaubsland vor dem Zerfall? Am Wochenende stimmen die Bürger der nordspanischen Region Katalonien über ihre Unabhängigkeit ab. Würde es tatsächlich zu einer Loslösung der wirtschaftsstärksten Region des Landes kommen, hätte das weitreichende Folgen - nicht nur für Spanien, sondern für ganz Europa.     

5.000 Sicherheitskräfte nach Katalonien geschickt

Der Widerstand aus Madrid ist heftig und dennoch: Die Katalanen könnten am Sonntag für eine Unabhängigkeit von Spanien stimmen. Die Zentralregierung versucht das mit allen Mitteln zu verhindern, unter anderem durch die Beschlagnahmung von Wahlzetteln. Dabei spitzt sich der Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern einer Abspaltung immer mehr zu. Keiner kann vorhersagen, ob das Ganze friedlich oder mit Krawallen ablaufen wird. Das spanische Verfassungsgericht hat das Referendum verboten - und die Zentralregierung hat 5.000 Sicherheitskräfte nach Katalonien geschickt, um es zu verhindern.     

Unabhängigkeit würde Spanien in eine finanzielle Notlage bringen

Denn die Region im Norden ist die reichste des Landes. "Katalonien würde, wenn es sich für unabhängig erklärt, ja keine Steuergelder mehr abgeben an Madrid (...) Das würde in ganz Spanien zu einer finanzpolitischen Notlage führen und eine Schuldenspirale anheizen", so die Politikwissenschaftlerin Sabine Riedel von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik.

Und das hätte auch Konsequenzen für die Eurozone: "Eine Unabhängigkeit Kataloniens wird den Euro erschüttern", ist Riedel überzeugt. Klar ist außerdem: Kommt es zu einer Abspaltung, wäre Katalonien automatisch raus aus der Europäischen Union. Es müsste sich um die Mitgliedschaft in der EU bewerben wie jedes andere Drittland auch. Das würde lange Gespräche und Überprüfungen bedeuten. Außerdem müssten am Ende alle EU-Staaten zustimmen - auch Spanien.